Man kann als Vorstand auch schlicht Pech haben, aber man kann die Verantwortung dafür nicht einfach auf Externe abschieben.
Die Kommunalkredit ist, wie wir wissen, von ihrem Vorstand ziemlich heftig an die Wand gefahren worden. So wie weltweit viele andere Banken auch. Und die Verantwortlichen für das Milliardendesaster, an dem die österreichischen Steuerzahler noch lange kiefeln werden, verteidigen sich jetzt wie weltweit andere Bruch-Banker auch: Man habe ja nicht wissen können, dass man in Schrott investiere, schließlich habe es sich um „bonitätsmäßig einwandfreie Transaktionen mit besten externen Ratings“ gehandelt. Also: Pech gehabt, schwamm drüber, zahlen, bitte!
So einfach, liebe Leute, kann man es sich aber nicht machen: Vorstandsgagen sind zu Recht üppig, weil damit eine Menge Verantwortung abgegolten wird. Sie sind aber eindeutig viel zu hoch, wenn diese Verantwortung nicht wahrgenommen wird. Wenn diese also auf externe Ratingagenturen oder (wie im Umfeld der ÖIAG so gern praktiziert) auf teure externe Berater abgeschoben wird.
Halten wir also fest: Die Letztverantwortung für die Handlungen eines Unternehmens hat der (dafür zu Recht gut bezahlte) Vorstand. Und zwar kollektiv (was die merkwürdige Verantwortung der jetzigen Unterrichtsministerin, sie sei als Kommunalkredit-Vorstand für vieles „nicht zuständig“ gewesen, relativiert). Man kann als Unternehmenslenker Pech haben oder Opfer unglücklicher Umstände werden. Aber dafür, dass ein Auto nicht aus der Kurve fliegt, ist nun einmal der Fahrer verantwortlich. Und sonst niemand.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.06.2009)