Porsche lehnt Rettungsangebot von VW ab

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ARCHIV - Die Kombo aus Archivbilder zeigt Logos von Porsche, links, und Volkswagen am 22. September 2(c) AP (Michael Probst)
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VW hat Porsche ein Ultimatum gesetzt. Wenn Porsche nicht diese Woche entscheide, ob man Hilfe von VW annimmt, könnten die "Türen zu sein". Währenddessen verhandelt Porsche weiter mit dem Emirat Katar.

Der Machtkampf zwischen Porsche und Volkswagen wird immer heftiger. Der hoch verschuldete Sportwagenbauer lehnte am Montag ein Rettungsmodell aus Wolfsburg ab, das am Ende zum Verlust der Eigenständigkeit von Porsche geführt hätte. "Dies ist kein gangbarer Weg", sagte Porsche-Sprecher Albrecht Bamler in Stuttgart. VW hatte angeboten, 49 Prozent an der Porsche AG zu kaufen.

Nach Darstellung der Stuttgarter versucht VW dabei offenbar, Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking zu umgehen. Letzte Woche sei Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche von einem Kurier das 49-Prozent-Angebot übergeben worden, sagte Bamler. Dem Vorstand von Porsche liege dieses Angebot nicht vor. "Ohne den Vorstand läuft hier nichts", sagte der Sprecher.

Ultimatum oder nicht?

Auch in einer anderen Frage verschärfte sich der Konflikt: Porsche und Volkswagen beharrten am Montag auf ihren völlig gegensätzlichen Darstellungen über ein angebliches Ultimatum der Wolfsburger an Stuttgart. Ein Porsche-Sprecher, sagte dem Unternehmen sei "bis Anfang der Woche" eine Frist zur Erklärung über das VW-Angebot gesetzt worden. Volkswagen dementierte dagegen das Ultimatum. "Das gibt es nicht", sagte ein Sprecher in Wolfsburg.

Allerdings macht der Volkswagen-Konzern Druck bei den Verhandlungen über einen integrierten Autokonzern aus VW und Porsche. Man müsse langsam zu Ergebnissen kommen, heißt es in Wolfsburg.

"Lassen uns nicht erpressen"

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück griff wegen der Zuspitzung der Krise den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) scharf an: Hinter dem Ultimatum an Porsche stecke offenbar Wulff, der als Vertreter Niedersachsens im Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers sitzt, sagte Hück der "Süddeutschen Zeitung". "Warum setzt Wulff ein Ultimatum, ohne ein einziges Mal mit uns im Porsche-Betriebsrat zu reden", wurde Hück von dem Blatt weiter zitiert. "Wir kämpfen in Stuttgart für die Eigenständigkeit von Porsche und lassen uns nicht erpressen. Hier wird mit aller Gewalt versucht, Porsche kaputt zu machen". Porsche hält knapp 51 Prozent an Volkswagen und hat durch die Übernahme neun Mrd. Euro an Schulden angehäuft.

Dem Sportwagenbauer droht nach Informationen des "Handelsblattes" außerdem der Absprung des Investors Katar. Das Emirat forderte "eine baldige Entscheidung", die "einvernehmlich ausfallen" müsse, zitierte das "Handelsblatt" aus Verhandlungskreisen. Nach Plänen von Wiedeking sollte Katar die Finanzprobleme von Porsche lösen.

Die Tonlage im Machtkampf zwischen Porsche und VW hatte sich schon am Wochenende deutlich verschärft: Nach Bekanntwerden des angeblichen Ultimatums hatten Aufsichtsratschef Porsche, und Betriebsratschef Hück in einer gemeinsamen Erklärung von Erpressung gesprochen. "Erpressen lassen wir uns nicht", schrieben Porsche und Hück am Wochenende.

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, VW wolle für 3 bis 4 Mrd. Euro 49 Prozent des Sportwagengeschäftes übernehmen. Damit könnte Porsche einen großen Teil seiner Schulden abbezahlen. In einem nächsten Schritt würde das Emirat Katar VW-Aktienoptionen von der übergeordneten Porsche Holding übernehmen. Zum Schluss würden die Unternehmen Porsche und VW fusionieren.

Nach Angaben des Porsche-Sprechers vom Montag würde bei einem Einstieg von Volkswagen bei dem Sportwagenbauer allerdings ein Kredit in Höhe von 10,75 Mrd. Euro sofort fällig.

(APA)

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