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Wiens Innenstadt hat die meisten Akademiker

Der Bildungsstand in den österreichischen Bezirken ist höchst unterschiedlich. In Favoriten gibt es die meisten gering Qualifizierten, in der Südoststeiermark die wenigsten Akademiker. Kärnten ist die Hochburg der Lehre.

Wien. Beim Bildungsstand nach Bezirken fallen Extreme auf: Während in Wiens Innerer Stadt fast jeder zweite Bewohner Akademiker ist, hat lediglich jeder vierzehnte Südoststeirer einen akademischen Abschluss. Umgekehrt haben in Favoriten mehr als ein Drittel der Bewohner maximal die Pflichtschule abgeschlossen – in der Inneren Stadt sind es elf Prozent. Das zeigt die Statistik Austria in einer Analyse des Bildungsstandes der 95 politischen sowie 23 Wiener Bezirke.

Insgesamt hatten 35 Prozent der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren 2013 als höchste Ausbildung einen Lehrabschluss. Fast jeder Fünfte (also 19 Prozent) hatte im Schnitt maximal einen Pflichtschulabschluss, jeweils 15 Prozent haben Matura oder eine berufsbildende mittlere Schule abgeschlossen. Eine Uni, Fachhochschule oder hochschulähnliche Ausbildung haben 15 Prozent absolviert.

34 Prozent und damit den höchsten Wert bei den gering Qualifizierten hat der Wiener Bezirk Favoriten. Ebenfalls knapp ein Drittel mit maximal Pflichtschulabschluss haben die Brigittenau (33 Prozent), Rudolfsheim-Fünfhaus (31 Prozent), Simmering und Meidling (je 29 Prozent). Auch andere Städte wie Wels (28 Prozent) oder Dornbirn (27 Prozent) kommen hier auf einen hohen Anteil. Bei den ländlichen Gegenden fallen Schärding (25 Prozent) und Güssing (24 Prozent) auf.

11 Prozent und damit also besonders wenig gering Qualifzierte gibt es in der Wiener Inneren Stadt und im Kärntner Bezirk Hermagor. Ebenfalls relativ wenige Personen mit lediglich einem Pflichtschulabschluss gibt es in Klagenfurt-Land, Villach-Land, Mödling, Urfahr-Umgebung, Graz-Umgebung und der Wiener Josefstadt mit jeweils zwölf Prozent.

47 Prozent Akademikeranteil: Damit liegt der erste Wiener Gemeindebezirk vorn, gefolgt von der Josefstadt (45 Prozent) und Neubau (44 Prozent). Insgesamt hat Wien mit 24 Prozent allerdings nicht den höchsten Akademikeranteil. Noch besser liegen hier Graz mit 31 Prozent Akademikern und Innsbruck mit 28 Prozent. Es folgen der Bezirk Mödling (26 Prozent) sowie Eisenstadt und Salzburg (24 Prozent).

7 Prozent und damit österreichweit die geringste Akademikerdichte hat der Bezirk Südoststeiermark. Ähnlich sieht es in Hartberg-Fürstenfeld, Leibnitz oder Waidhofen an der Thaya aus, wo jeweils acht Prozent der Bevölkerung Akademiker sind. Ein niedriger Akademikeranteil bedeutet aber nicht unbedingt ein generell niedriges Bildungsniveau, wie Hermagor zeigt: Dort haben nur elf Prozent einen Hochschulabschluss – umgekehrt aber auch nur elf Prozent maximal einen Pflichtschulabschluss.

42 Prozent haben in Kärnten eine Lehre als höchsten Abschluss. Gemeinsam mit der Steiermark (41 Prozent) ist das Bundesland die Hochburg der Lehre. In einzelnen traditionellen Arbeiterbezirken erreicht dieser Wert sogar fast die 50-Prozent-Marke: So haben etwa im steirischen Liezen und in Spittal an der Drau jeweils 48 Prozent der Bevölkerung eine Lehre absolviert. Zum Vergleich: In Wien sind es nur 23 Prozent. Ähnliche Werte haben bei der Lehre laut der Analyse auch die meisten Bezirke mit hohem Akademikeranteil. (red./APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2016)