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IS-Clip zeigt Tatverdächtige der Pariser Attacken

Der IS zeigte Videobilder von neun mutmaßlichen Paris-Attentätern (im Bild Abu Mujaed al-Baljiki), die offenbar in Syrien geschult wurden.
Der IS zeigte Videobilder von neun mutmaßlichen Paris-Attentätern (im Bild Abu Mujaed al-Baljiki), die offenbar in Syrien geschult wurden.(c) APA/AFP/AL-HAYAT MEDIA CENTRE/HO (HO)

Der französische Innenminister, Bernard Cazeneuve, spricht von elf vereitelten Anschlägen im Vorjahr.

Paris. „Tötet sie, wo ihr sie findet.“ So lautet der martialische Titel eines neuen, 18-minütigen Propagandavideos der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Darin drohen die Extremisten allen Ländern der Anti-IS-Koalition und zeigen offenbar die Pariser Attentäter. Das Video wurde am Sonntagabend über das IS-Medienportal al-Hayat und islamistische Websites verbreitet und enthält auch Fotos der französischen und britischen Staatsführung.

Neun mutmaßliche Attentäter, die in Paris am 13. November 2015 mehrere Anschläge verübt haben, werden darin gezeigt, wie sie eine vor ihnen sitzende Geisel ermorden. Zugleich sprechen die in Tarnanzügen gekleideten Kämpfer Drohungen auf Arabisch oder Französisch aus: Ihre Botschaft sei „an alle Länder gerichtet“, die sich an der US-geführten Militärkoalition gegen den IS in Syrien und im Irak beteiligen. In dem Clip kommt zu Beginn auch ein Mann zu Wort, der dem mutmaßlichen Chefplaner der Pariser Attentate, Abdelhamid Abaaoud, ähnelt. Keine Rede ist hingegen von dem Verdächtigen Salah Abdeslam, der seit den Anschlägen flüchtig ist.

Ebenfalls am Sonntag hat der französische Innenminister, Bernard Cazeneuve, in einem Fernsehinterview bekannt gegeben, dass die Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr elf Anschläge „von der Art wie jene vom 13. November“ verhindert hätten. Eine geplante Attacke habe sich gegen einen Veranstaltungssaal gerichtet; andere Anschläge hätten Franzosen „auf Straßen und in Städten“ zum Ziel gehabt. Nähere Angaben machte Cazeneuve nicht.

Seit den Pariser Anschlägen ist in Frankreich ein Ausnahmezustand in Kraft. Die Regierung will die bis Ende Februar geltende umstrittene Regelung um weitere drei Monate verlängern. (APA/AFP/DPA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2016)