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Gatterjagd: Mayr-Melnhof wehrt sich gegen Tierschützer

Archivbild: Eine Aktion des VgT am Wiener Stephansplatz
Archivbild: Eine Aktion des VgT am Wiener StephansplatzAPA/VGT
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Der Verein gegen Tierfabriken und der Salzburger Unternehmer Maximilian Mayr-Melnhof decken sich gegenseitig mit Anzeigen ein.

Der Konflikt zwischen dem Verein gegen Tierfabriken (VgT) und dem Salzburger Unternehmer Maximilian Mayr-Melnhof geht in die nächste Runde. Nachdem die Tierschützer nach einer Jagd in Mayr-Melnhofs privatem Wildschwein-Gatter in Anthering (Flachgau) im Spätherbst drei Anzeigen wegen Tierquälerei, Sachbeschädigung und Nötigung eingebracht haben, setzte sich der Salzburger nun juristisch zur Wehr.

Mayr-Melnhof bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht des ORF Salzburg und berichtete von einer Anzeige wegen Besitzstörung Mitte Jänner und Anzeigen wegen Verleumdung und Rufschädigung im vergangenen Dezember. "Wir sahen uns leider gezwungen, juristische Schritte gegen den VgT zu unternehmen. Die Vorgehensweise des Vereins ist nicht nur ein persönlicher Angriff, sondern ein Angriff gegen geltendes österreichisches Recht." Die Aktivisten hätten sich illegaler Methoden bedient, um die Jagdgesellschaft zu bespitzeln. Ganz konkret geht es um den Einsatz einer Drohne für Filmaufnahmen. "Das ist nicht zulässig", so Mayr-Melnhof, der durch die Kampagne des VgT auch seinen Familiennamen und seine Person beschmutzt sieht.

Drohne von Jäger beschossen

Er räumte auch ein, dass die Drohne bei der Wildschweinjagd von einem Jäger beschossen wurde, sprach allerdings von einer "Abwehr einer Gefahr mit geringstmöglichen Mitteln". Es sei nie die Absicht des Schützen gewesen, die Drohne zu zerstören oder herunter zu schießen. Mayr-Melnhof wies gegenüber der Austria Presseagentur auch erneut die Vorwürfe wegen Tierquälerei und nicht artgerechter Bejagung zurück. "Wir haben uns nie etwas zuschulden kommen lassen. Alles passiert bei uns im gesetzlichen Rahmen." Den Wildschweinen gehe es gut, an zwei Tagen im Jahr komme halt "der Wolf". Unabhängig davon sei die Jagd vom Tierschutzgesetz ausgenommen.

"Es geht dem Verein gar nicht mehr um die Gatterjagd. Das ist Propaganda gegen mich, nur weil ein Privatverein findet, dass das Recht auf seiner Seite ist. Da werden Bilder verwendet und Filme zusammengeschnitten, so wie man es braucht", beklagte sich Mayr-Melnhof. Derzeit beschäftigen die Anzeigen vor allem die Salzburger Staatsanwaltschaft, wo die entsprechenden Ermittlungsverfahren laufen. Ob Anklage erhoben wird, steht erst nach deren Abschluss fest.

(APA)