Konkurs bei Arbeitskräfte-Überlasser Connect

Symbolfoto Arbeiter
Symbolfoto Arbeiter(c) AP (Frank Augstein)
  • Drucken

Die vier Connect-Firmen haben Verbindlichkeiten von insgesamt 14 Millionen Euro. Von der Pleite betroffen sind 780 Mitarbeiter und 500 Lieferanten sowie sonstige Gläubiger.

Der Arbeitskräfte-Überlasser Connect hat am Dienstag vier Firmen in Konkurs geschickt. Von den Pleiten der Connect S & R GmbH, der Connect Personalmanagement GmbH & Co KG und der Connect Personalmanagement GmbH in Neuzeug (Bezirk Steyr-Land) sowie der Connect Personalmanagement GmbH in St. Valentin (Bezirk Amstetten) mit Gesamtverbindlichkeiten von mehr als 14 Mio. Euro sind rund 780 Arbeitsplätze und an die 500 Lieferanten und sonstige Gläubiger betroffen. Die Vermögenswerte bezifferten AKV und KSV in Presseaussendungen mit etwa 4 Mio. Euro.

Als Insolvenzursache wurde die Wirtschaftskrise genannt, die zu einem massiven Einbruch der Ertragslage geführt haben soll. Laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) gelang es nicht, einen branchenähnlichen Investor zu finden um Synergieeffekte zu nutzen. Eine Sanierung sämtlicher Firmen über einen Zwangsausgleich ist beabsichtigt.

Kunden könnten Sozialversicherung zahlen müssen

Von den Gesamtverbindlichkeiten entfällt fast die Hälfte auf Schulden bei Abgabengläubigern wie Finanzamt, Krankenkasse und Gemeinden. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Dienstnehmern werden mit rund 2,6 Mio. Euro in den Konkursanträgen ausgewiesen. Der Rest wird Banken und Lieferanten geschuldet. Die Kunden der Personalverleiher müssten unter gewissen Umständen für Ausfälle an Sozialversicherungsbeiträgen haften, selbst wenn sie an Connect alle Rechnungen bezahlt haben, so der KSV. Für rückständige Löhne würden die Beschäftigerfirmen aber nicht haften, wenn die Arbeitnehmer ihr Geld vom Insolvenzfonds erhalten.

Zum raschen Niedergang von Connect habe beigetragen, dass zwei der vier Unternehmen bereits im Jahresabschluss 2007 ein erhebliches negatives Eigenkapital ausgewiesen hätten und auch der Polster der beiden anderen Gesellschaften sehr gering sei, erklärte Otto Zotter, Leiter der Linzer Niederlassung des KSV. Das hätte eigentlich schon Reorganisationsbedarf signalisiert. "Damit hatte Connect sehr schlechte Karten bei den letztlich erfolglos gewesenen Verhandlungen mit Geldgebern."

Man müsse viele Jahre in den Insolvenzstatistiken zurückblättern, um oberösterreichische Firmenpleiten mit ähnlich vielen betroffenen Dienstnehmern zu finden, berichtete Zotter: Vom Konkurs der Hamberger Bau GmbH aus Linz im Jahr 1996 waren rund 700 Beschäftigte betroffen. Die Carrera-Optyl-Gruppe in Traun bei Linz, die im selben Jahr Insolvenz anmelden musste, hatte mehr als 1.000 Mitarbeiter.

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.