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Opposition wirft Moskau Angriffe auf Zivilisten vor

Asaad Al-Zoubi, head of the Syrian opposition delegation, and Salim al-Muslat, spokesman for the High Negotiations Committee, attend peace talks with U.N. mediator for Syria Staffan de Mistura in Geneva
(c) REUTERS (DENIS BALIBOUSE)

Die Syrien-Gespräche in Genf stocken. Assad-Gegner wollen Ende der Luftschläge.

Genf. Die syrische Opposition warf Russland am Montag vor, gegen eine im Dezember verabschiedete Resolution des UN-Sicherheitsrates zu verstoßen. Diese sieht neben einem Friedensplan für den Bürgerkrieg das Ende aller Angriffe auf Zivilisten vor. Auch Russland habe die Resolution unterzeichnet, setze aber das Töten in Syrien fort, sagte Oppositionssprecher Riad Naasan Agha am Rande der Syrien-Gespräche in Genf.

Die russische Luftwaffe fliegt seit Ende September Luftangriffe in Syrien, um das Regime des syrischen Machthabers, Bashar al-Assad, zu unterstützen. Laut syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte sollen durch russische Bomben mehr als 700 Zivilisten ums Leben gekommen seien. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International setzt Russlands Angriffe mit Kriegsverbrechen gleich.

Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von mehr als 400 Luftangriffen in Syrien innerhalb der vergangenen Woche. Dabei seien nun auch neue Kampfflugzeuge vom Typ Su-35S im Einsatz, gab ein Militärsprecher bekannt.

 

Großmächte wollen beraten

Das in der saudiarabischen Hauptstadt, Riad, ansässige Hohe Verhandlungskomitee (HNC) der Opposition entschied sich erst nach langem Zögern dazu, nach Genf zu kommen. Es droht aber auch damit, wieder abzureisen, sollten die Forderungen nach einer Verbesserung der humanitären Lage in Syrien nicht erfüllt werden. Die Opposition verlangt vor Verhandlungen mit dem Assad-Regime ein Ende der Blockaden syrischer Städte durch die Armee, weitere Hilfslieferungen sowie einen Stopp der Angriffe auf Zivilisten.

Um die Gespräche voranzutreiben, sollen heute, Dienstag, Vertreter der USA und Russlands in Genf zusammentreffen. Das sagte am Montag Russlands Vizeaußenminister, Gennadij Gatilow. (APA/DPA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.02.2016)