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Karneval: Köln verdoppelt Polizeipräsenz

A bird flies next to the two towers of the famous landmark and UNESCO world heritage, the Cologne Cathedral
(c) REUTERS (WOLFGANG RATTAY)
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Nach den Vorfällen zu Silvester will die Stadt jegliches Risiko minimieren: mit mehr Kontrollen, mehr Licht und mehr Überwachung.

Köln. Es ist kein Karneval wie jedes Jahr, der ab Donnerstag in Köln gefeiert wird. Die Ereignisse der Silvesternacht schweben über dem Volksfest und sorgen für massive Sicherheitsvorkehrungen. So verdoppelt die Polizei zur Weiberfastnacht am Donnerstag die Zahl ihrer Einsatzkräfte auf 2000. Auch die Stadt Köln stellt an die 400 Mitarbeiter in den Dienst – zum Teil wurden Kollegen aus dem Urlaub geholt. Die Tage des Karnevals bedeuten immer einen Großeinsatz, doch man will nur ja kein zweites Mal derart negativ im Licht der Öffentlichkeit stehen.

Gerade das Thema Licht spielt auch eine gewichtige Rolle. So werden ausgewählte Orte, vor allem nahe dem Hauptbahnhof, ausgeleuchtet. Auch Videoüberwachung wird an zahlreichen Orten eingerichtet. Gleichzeitig kündigt die Polizei an, dass man diesmal noch schneller einschreiten werde, als das sonst der Fall sei. Wer durch Aggressivität oder Straftaten auffällt, kann schnell in eigens eingerichtete Gefangenensammelstellen gebracht werden – wo auch Staatsanwaltschaft und Gerichte präsent sein werden, um gleich Maßnahmen setzen zu können. Etwa 40 polizeibekannten Menschen wurde gleich von vornherein ein Betretungsverbot auferlegt. In der Stadt werden Betreuungsteams gleich Anzeigen – insbesondere bei Sexualdelikten – entgegennehmen können. Und: Sämtliche Behörden und Einsatzkräfte werden mit einem eigens eingerichteten Koordinierungsgremium vernetzt.

 

„Vorfälle immer mit Köln verbunden“

100-prozentige Sicherheit werde man aber nicht schaffen, meint Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies. Ganz abgesehen von den Silvestervorfällen gebe es jedes Jahr zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag etwa 50 Anzeigen wegen Sexualstraftaten, von Nötigung bis Vergewaltigung. Das könne man auch diesmal nicht ausschließen. Doch man werde sich bemühen, den Menschen das Sicherheitsgefühl wieder zurückzugeben, sagt Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Wenn auch etwas Trotz mitschwingt: „Es gab derartige Vorfälle in vielen anderen deutschen Städten.“ Doch sie legt resignierend nach: „Aber es wird in der Öffentlichkeit immer mit Köln verbunden sein.“ (eko)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.02.2016)