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EZB prüft Aus für 500-Euro-Scheine

Bargeldlimit von 5000 Euro
(c) APA/dpa (Matthias Balk)

„Technische Arbeiten“ zur Abschaffung des 500-Euro-Scheines sind laut EZB-Chef schon im Gange.

Frankfurt. Die Europäische Zentralbank prüft die Abschaffung des 500-Euro-Scheins. Zwar hätten die Währungshüter noch keine Entscheidung über die höchste Banknote in der Euro-Zone gefällt, sagte EZB-Präsident Mario Draghi vor EU-Abgeordneten laut der am Donnerstag von der EZB übermittelten Abschrift der Äußerungen. Das EZB-Direktorium erwäge dies aber schon seit geraumer Zeit, und inzwischen gebe es auch technische Arbeiten dazu.

Fraglich sei aber noch, wie man am besten eine Entscheidung umsetze und kommuniziere. „Wir wollen etwas ändern, aber wir möchten es in einer geordneten Weise ändern“, so Draghi. Über die Abschaffung des 500-Euro-Scheins muss letztendlich der EZB-Rat entscheiden, in dem die Notenbank-Chefs aller 19 Länder des Währungsraums sitzen.

Die Bundesbank äußerte sich bislang jedoch skeptisch zu Bargeldeinschränkungen. Ebenso sprach sie sich am Donnerstag gegen die Pläne der deutschen Regierung für eine Obergrenze von 5000 Euro bei Bargeldzahlungen aus. „Für die Bürger bedeutet jede Einschränkung der Bargeldnutzung einen Verlust an persönlicher wirtschaftlicher Freiheit“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele in Frankfurt. (ag.)

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2016)