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FBI: Saddam fürchtete Iran mehr als USA

Saddam Hussein
(c) AP
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Dokumente des FBI bringen ans Licht, dass Saddam Husseins Drohung mit Massenvernichtungswaffen dem Iran gegolten hat, und nicht den USA.

Der ehemalige irakische Diktator Saddam Hussein hat mit Massenvernichtungswaffen geblufft, weil er sich vor einem Angriff des Irans fürchtete. Für den 2006 hingerichteten Diktator war ein Militärschlag der islamischen Republik nämlich wahrscheinlicher als ein Angriff von Seiten der USA.

Das haben Dokumente des FBI jetzt ans Licht gebracht. Das FBI hat mit Hussein nach dessen Verhaftung 2003 insgesamt 20 offizielle Verhöre und mindestens fünf informelle Unterhaltungen geführt. Die Protokolle dieser Gespräche wurden vom amerikanischen Nationalen Sicherheitsarchiv veröffentlicht, einer regierungsunabhängigen Forschungseinrichtung.

Keine Angst vor den USA

FBI-Agent George Piro notierte nach Befragungen Saddams im Juni 2004: "Hussein vertrat die Ansicht, der Irak dürfe vor seinen Feinden, insbesondere dem Iran, nicht schwach wirken." Er soll der Ansicht gewesen sein, dass die USA nichts gegen sein Land unternehmen würde.

Im Gegensatz zum Iran hat Irak nämlich UN-Waffeninspektionen zugelassen. Dadurch wähnte der Diktator den Irak an dieser Front in Sicherheit. Eben durch diese Inspektionenen glaubte er, dass der Iran um die größtmögliche Verletzlichkeit des Iraks gewusst hat. Es sei für ihn wichtig gewesen, die vermeintliche Schlagkraft seines Landes zu demonstrieren.

Osama Bin Laden ein "Fanatiker"

Die USA verwendeten die Theorie von den irakischen Massenvernichtungswaffen als Rechtfertigungsgrund für die Invasion im Jahr 2003. Die vermeintlichen Waffen sind nie gefunden worden. In den Verhören bestritt Saddam auch jede Verbindung zu Osama Bin Laden. Für ihn sei der al-Qaida-Chef ein bloßer "Fanatiker" gewesen. Als möglichen Partner kam vor allem Nordkorea infrage. Auch den weit verbreiteten Mythos, er habe Doppelgänger von sich eingesetzt, widerlegte er.

Weiters gestand Saddam ein, dass er im Golfkrieg 1991 bewusst israelische Ziele mit Scud-Raketen bombardiert habe. Er sei der Ansicht gewesen, dass Israel und dessen mächtiger Einfluss auf die USA, die Schuld an allen arabischen Problemen trage.

(APA/Red.)