Wie man Trendwendenmithilfe von technischen Indikatoren rechtzeitig erkennt. Unter den zahlreichen Momentum-Varianten hat sich der sogenannte „Williams %R Momentum“-Indikator bewährt.
Bei der Wahl des richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkts sind Trendfolgeindikatoren wie der (an dieser Stelle schon besprochene) MACD eine sehr brauchbare Sache. Allerdings nicht für sich allein (da liefern sie zu viele Fehlsignale), sondern immer in Kombination mit anderen Indikatoren.
Sehr gut geeignet als Ergänzung sind Indikatoren, die das Momentum, also die Stärke des jeweiligen Trends, messen. Unter den zahlreichen Momentum-Varianten hat sich der sogenannte „Williams %R Momentum“-Indikator bewährt, vor allem zur Bestimmung von überkauften beziehungsweise überverkauften Situationen. In diesen Bereichen sind nämlich Trendänderungen am häufigsten – ein Wissen, das Anlegern viel Geld bringen respektive ersparen kann.
Beim „Williams %R“-Indikator, der auf den Webseiten der Onlinebroker abgerufen werden kann, wird eine aus Preis- und Volumendaten errechnete Kurve auf einer Skala zwischen null und minus 100 dargestellt. Liegt die Kurve zwischen null und minus 20, gilt der Wert als überkauft, ein Rückschlag ist wahrscheinlich. Liegt er zwischen minus 80 und minus 100, liegt eine überverkaufte Situation vor, eine Trendwende zum Positiven zeichnet sich ab.
Der Indikator funktioniert sehr gut – wenn man ihn mit anderen Trendfolgeinstrumenten kombiniert und nicht für sich als Kauf- oder Verkaufssignal verwendet, sondern nur als Signal, sich den betreffenden Wert näher anzuschauen.
Konkret: Eine überverkaufte Situation liefert ein Kaufsignal nur dann, wenn der kurzfristige Trend insgesamt nach oben zeigt. Dasselbe gilt umgekehrt für Verkaufssignale bei einem überkauften Zustand.
Alle Anlagewerkzeuge finden Sie gratis auf den Börseseiten von "DiePresse.com". Geben Sie einfach das gewünschte Wertpapier bei der "Suche" ein, klicken Sie in der Ansicht des Wertpapiers auf den Karteireiter "Chart" und wählen sie rechts unten einen "Indikator" aus.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2009)