Bericht: EZB-Rat stimmt für Abschaffung von 500-Euro-Schein

FRANCE-ECB-EURO-BANKNOTES
APA/AFP/MIGUEL MEDINA

Der "500er" ist wohl bald Geschichte: Der EZB-Rat hat sich laut einem "Handelsblatt"-Bericht vor kurzem gegen den Schein ausgesprochen.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) will einem "Handelsblatt"-Bericht zufolge den 500-Euro-Schein abschaffen. Das Gremium habe vor kurzem mit großer Mehrheit eine entsprechende Absichtserklärung getroffen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Notenbank-Kreise. Es gebe eine schriftlich vereinbarte Willensbekundung, so die Zeitung. Dies sei ein deutlicher Fingerzeig darauf, wie eine in wenigen Monaten geplante endgültige Entscheidung ausgehen werde.

Der 25-köpfige Rat - das oberste Beschlussorgan der EZB - habe den Banknotenausschuss beauftragt, die technischen Details zu klären, wie der 500-Euro-Schein aus dem Verkehr gezogen werden könne. Der Ausschuss solle dies innerhalb von zwei bis drei Monaten klären. Danach treffe die endgültige Entscheidung der EZB-Rat. Eine einfache Mehrheit reiche, schrieb das Blatt.

"Instrument für illegale Machenschaften"?

Die EZB wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. EZB-Chef Mario Draghi hat im Europaparlament konzediert, dass die 500 Euro-Note von immer mehr Menschen als "Instrument für illegale Machenschaften" gesehen werde. Ob die 500-Euro-Note abgeschafft werden sollte, darauf wollte Draghi am Montag nicht eingehen. Er wolle aber klar betonen, dass die Debatte über die 500-Euro-Note nichts mit dem Ziel der Reduktion des Bargeldumlaufs zu tun habe. Außerdem könne man auch "200-Euro-Banknoten sparen".

Das EZB-Direktorium beschäftigt sich nach früheren Aussagen Draghis schon länger mit dem Thema. Die EU-Finanzminister hatten bei ihrem jüngsten Treffen am Freitag in Brüssel deutlich gemacht, dass sie von der EZB "angemessene Maßnahmen" mit Blick auf den 500-Euro-Schein erwarten.

Draghi hatte zuletzt lediglich gesagt, es gebe technische Arbeiten dazu. Das EZB-Direktorium erwäge dies aber schon seit geraumer Zeit. Fraglich sei noch, wie man am besten eine Entscheidung umsetze und kommuniziere.

>>> Bericht auf "Handelsblatt.com" (bezahlpflichtig)

(APA/Reuters/dpa)