Porsche Panamera
Kreuzung zweier Arten
Ob man in einem richtigen Sportwagen überhaupt hinten sitzen will, scheint sekundär: Porsche realisiert mit dem Panamera die Kreuzung zweier Arten.
Sie wirken nervös, die Herrschaften von der Porsche AG. Obwohl in den letzten zehn Jahren alles zu Gold geworden ist, was das Porsche-Wappen trägt, erlebt der Panamera, Porsches vierte Baureihe und erster Beitrag zum Thema Luxuslimousine, den Marktstart zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
(c) Werk
Der einbrechende High-End-Markt und Turbulenzen um Schuldenstand und VW-Anteile ergeben keine ideale Begleitmusik. Ob der Viertürer (im Gegensatz zum Cayenne eine komplette Eigenentwicklung der Stuttgarter) ein Erfolg wird, scheint diesmal nicht allein von der Güte des Autos abzuhängen.
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In diesem Fall könnten die Porsche-Menschen nämlich ruhiger schlafen: Wir erlebten eine tatsächlich ungekannte Kreuzung von Sportlichkeit und Limousinenkomfort. Jedenfalls vom Fahrersitz aus.
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Das Aussehen des Panamera entfacht aufgeregte Diskussionen. Unser Eindruck: Bei knapp fünf Meter Länge und 1,83 Meter Breite wirken Verweise auf das Urmeter der Marke, den 911, eher irritierend als hilfreich. Die Heckpartie ist gar massig geraten.
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In China, Porsches Hoffnungsmarkt in Zeiten der Krise, mag man das großzügiger sehen. Zurück in den Fahrersitz, auf dem man von der Üppigkeit in Gewicht (knapp zwei Tonnen in Turbovariante) und Abmessungen wenig mitbekommt. Die tiefe Sitzposition schafft gleichermaßen Kopffreiheit wie Nähe zur Straße.
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Die nach vorne ansteigende Mittelkonsole bettet den Fahrer ins Auto ein und reicht den Wählhebel des Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebes fast auf Höhe des Lenkrads. So sitzt man in Sportwagen. Ganz anders im Fond: Die beiden Einzelsitze bieten verschwenderisch viel Platz in jede Richtung. Darin versunken, mag man sportliche Ambitionen des Fahrers eher bremsen wollen.
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Setzen Audi, BMW und Mercedes auf eine zentrale Steuerung des Bordsystems, etwa per Drehrädchen, ist das Cockpit des Panamera mit Tasten gut befrachtet. Die Blicke führen dabei weit weg von der Straße – am besten, man regelt die Einstellungen noch im Stand.
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Zwei 4,8-Liter-V8-Motoren sind die ersten Varianten des Panamera. Der Sauger (ab 115.650 Euro) mit 400 PS fühlt sich in der oberen Hälfte der Drehzahlen am wohlsten, hier verfährt er mit dem stattlichen Auto nach Porsche-Art.
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Der Turbo (ab 163.440 Euro, an Allradantrieb gekoppelt) zündet mit 500 PS und bis zu 770 Newtonmetern erwartungsgemäß in allen Lebenslagen und sichert die „Fahrleistungsführerschaft“ auf deutschen Autobahnen. Klangmächtig geben sich beide V8 erst, wenn man den Sportmodus anwählt.
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