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Männergruppe belästigte Frau in U3-Station

(c) Presse Hofmeister

Polizei sucht Asylwerber, die nun untergetaucht sind. Sie wurden wegen versuchter sexueller Belästigung angezeigt.

Wien. Am Sonntag wurde in der U-Bahn-Station Simmering eine Frau um 14.45 Uhr plötzlich von einer Gruppe junger Männer umringt, die ihr Obszönitäten zuriefen und sie bedrängten. Das gab die Polizei am Dienstag bekannt. Durch die heftige Gegenwehr der 49-Jährigen und das Eingreifen von Passanten ließ die Gruppe von der Frau ab.

Es kam zu keinem Diebstahl und keinen unsittlichen Berührungen, wie es in der Aussendung der Exekutive hieß. „Es ist beim Versuch geblieben“, meint ein Polizist. Als die alarmierte Exekutive eintraf, waren die meisten Männer verschwunden, zwei konnten im U-Bahn-Bereich noch angehalten werden.

Bei beiden handelt es sich laut Exekutive um Asylwerber, einem Afghanen und einem Iraker. Beide waren zum Tatzeitpunkt alkoholisiert und wenig einsichtig, wie es ein Beamter formulierte: „Sie haben nicht verstanden, was sie falsch gemacht haben.“ Sie wurden wegen versuchter sexueller Belästigung angezeigt, die geplante Vernehmung wird sich aber schwierig gestalten. Beide Asylwerber, die im Dusika-Stadion untergebracht waren, wurden „wegen Verstöße gegen die Hausordnung“, wie es die Polizei formuliert, aus dem Quartier geworfen. Damit sind die Verdächtigen obdachlos, weshalb es keine Zustelladresse für die Ladung zur Einvernahme gibt. Die Polizei ist aber zuversichtlich, die beiden Beschuldigten in Kürze zu finden.

 

Polizei gibt Sicherheitstipps

Dass Frauen tagsüber, mitten in Wien, von einer Männergruppe umringt und belästigt werden, erinnert an die Vorfälle in Köln in der Silvesternacht. Sie ist aber die Ausnahme, betont die Polizei, die den Vorfall zum Anlass für Präventionstipps nimmt: Bei Belästigungen sollen Frauen nicht nur die Polizei rufen, sondern sofort aktiv Passanten lautstark um Hilfe bitten. Außerdem sollten sie versuchen, selbstbewusst aufzutreten. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.02.2016)