Magna macht bei Opel Druck: Übernahme noch im Juli?

ARCHIV - Ein Logo am Kuehlergrill eines Opels ist am 26. Mai 2009 vor der Opel-Zentrale in Ruesselshe
ARCHIV - Ein Logo am Kuehlergrill eines Opels ist am 26. Mai 2009 vor der Opel-Zentrale in Ruesselshe(c) AP (Michael Probst)
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GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster glaubt, dass die Übernahme von Opel durch Magna noch im Juli über die Bühne gehen könnte. Es gehe nur noch um Details, so Forster.

Der deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hält den Einstieg von Magna beim angeschlagenen Autobauer Opel noch nicht für besiegelt. "Ich nehme das ehrgeizige Ziel von Magna zur Kenntnis, Mitte Juli einen Vertrag unterschreiben zu wollen. Allerdings scheinen hier noch einige Fragen offen zu sein", sagte der Minister. Bisher gebe es lediglich "eine Absichtsbekundung" von GM und Magna. Dagegen könnte nach nach Einschätzung von GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster der Verkauf von Opel an den Autozulieferer Magna noch in diesem Monat über die Bühne gehen. Auch der chinesische Autohersteller BAIC wirbt bei der Politik verstärkt für sein Offert.

"Es geht nur noch um Details", sagte Forster der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). "Nach dem Treffen der Spitzen von GM und Magna bin ich äußerst zuversichtlich, da wurde weitgehend Einverständnis erzielt." Einen Termin für eine Vertragsunterzeichnung nannte der Manager des Opel-Mutterkonzern General Motors zwar nicht. "Es wäre toll, wenn es bis Mitte Juli klappen würde", sagte er aber. Magna-Chef Siegfried Wolf mache jetzt Druck. "Und das ist gut so."

Abschluss im Juli?

Auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sieht keine großen Hürden mehr: "Ich erwarte, dass der Vertrag zwischen Magna und General Motors (GM) in trockenen Tüchern ist." Auch die noch ausstehende EU-Entscheidung über die staatlichen Hilfen für den Autobauer sei auf gutem Weg. "Ich gehe davon aus, dass in Brüssel das Signal auf Grün steht", sagte Althaus der Berliner Zeitung "BZ Sonntag". Auch er bekräftigte, es könne noch im Juli zu einem Abschluss der Verträge kommen.

Allerdings will der chinesische Autohersteller BAIC kurz vor Torschluss den Verkauf an Magna offenbar noch vereiteln. In Briefen an mehrere Regierungsmitglieder werben die Chinesen nach Informationen der "FAS" offensiv für ihr Offert. Die Chinesen argumentieren demnach vor allem damit, dass ihr Konzept den deutschen Steuerzahler deutlich günstiger komme. Laut dem vorgelegten Angebot bringe BAIC 660 Millionen Euro Eigenkapital mit und beanspruche 2,64 Milliarden Euro Bürgschaft des deutschen Staates. Im Fall von Magna sei von 4,5 Milliarden Euro Staatsgarantien die Rede.

"New Opel" an die Börse

Der österreichisch-kanadische Magna-Konzern werde sein Zuliefergeschäft nach dem Einstieg bei Opel organisatorisch und personell von Opel trennen, berichtete das Magazin "Focus". Magna wolle damit Opel-Konkurrenten besänftigen, die von Magna Teile kaufen oder über Entwicklungsaufträge mit dem Konzern verbunden sind. "New Opel" solle später an die Börse gebracht werden.

Forster räumte zwar ein, es gebe Gespräche mit mehreren Investoren. Magna habe aber "einen ganz erheblichen Vorsprung, da wurde mit Abstand am weitesten verhandelt". Die Nutzung der Patente sei weitgehend geklärt. Diskutiert werde jetzt noch die künftige Konstellation in Russland.

"Kostet keine Steuermittel"

Althaus rechnet nach einem Vertrag zwischen GM und Magna damit, dass es dann zu einer "Konsolidierung von Opel Deutschland und Europa" kommt. Zu den Staatshilfen sagte der Thüringer Regierungschef: "Wenn alles wie vereinbart läuft, wird es am Ende keine Steuermittel kosten." Thüringen ist wegen des Opel-Werks in Eisenach mit rund 1700 Beschäftigten an einer tragfähigen Perspektive für Opel interessiert.

Hart kritisierte Forster die Störfeuer, welche die Verhandlungen behinderten. "Es wird viel zu viel geredet", sagte der GM-Manager. "Da reden viele Leute, die nichts zu sagen haben. Solche, die es gut und solche, die es weniger gut mit uns meinen. Und auch unsere Betriebsräte reden viel zu viel."

Opel wies am Samstag die Kritik des Präsidenten der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Heinrich Weiss, an den Rettungsplänen zurück. Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertretung teilten mit, Weiss' Äußerungen seien "offensichtlich nicht von Sachkenntnis getragen". Weiss hatte am Freitag in Moskau gesagt: "Die Bemühungen um eine Überlebensstrategie für Opel sind dilettantisch. Es ist verantwortungslos dem Steuerzahler gegenüber, diese maroden Strukturen am Leben halten zu wollen."

(APA)

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