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Rapid kassiert höchste Europacup-Niederlage

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: VALENCIA CF - SK RAPID WIEN
APA/GEORG HOCHMUTH
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Rapid erlebt im Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League seine international dunkelste Stunde. Bei Valencia gehen die Wiener mit 0:6 unter.

Im Vorfeld des Sechzehntelfinals in der Europa League zwischen Valencia und Rapid wurde über vieles diskutiert. Von einer hartnäckigen Formkrise der Spanier war da die Rede, von einer großen Chance der Hütteldorfer, eine weitere Heldentat im Europacup zu vollbringen. Das jüngste 3:0 im Wiener Derby hatte schließlich das Selbstvertrauen gestärkt, Valencia hingegen war vor dem 2:1 gegen Espanyol Barcelona zwölf Meisterschaftsspiele sieglos.


Was an diesem Abend des 18. Februar 2016 im Estadio Mestalla passierte, sollte tatsächlich Geschichtsträchtiges sein. Valencia demütigte Rapid mit 6:0, es war dies die höchste Europacup-Niederlage der Hütteldorfer. Die Schlachtgesänge der 2600 mitgereisten Rapid-Fans wurden früh unterbrochen, das 1:0 durch Santi Mina in der vierten Minuten verfehlte nicht seine Wirkung. „Wir wurden brutal auf dem falschen Fuß erwischt“, sagte Sportdirektor Andreas Müller zur Pause.

Die Begleitumstände zum spanischen Führungstreffer dienten als Sinnbild der gesamten ersten Halbzeit.
Rapid wirkte konsterniert, passiv und kam in praktisch allen Aktionen zumindest einen Schritt zu spät. Valencia lief erst gar nicht Gefahr, einen folgenschweren Fehler zu begehen, weil es defensiv nicht gefordert wurde - so blieb die spanische Verunsicherung nur ein übles Gerücht. Speziell Mina, im Sommer für zehn Millionen Euro von Celta Vigo gekommen, wirbelte nach Belieben durch die grünweiße Abwehr, Rapids Verteidiger waren nur staunende Statisten.


Der 20-Jährige bereitete die Treffer von Parejo (10.), Negredo (29.) und Gomes (35.) vor, erzielte einen weiteren (25.) selbst. Nach 35 Minute stand es 5:0 für Valencia, es herrschte Fassungslosigkeit. Beobachter des heimischen Fußballs fühlten sich frappant an 1999 zurückerinnert. Unter Teamchef Herbert Prohaska ging Österreich im Mestalla gegen Spanien mit 0:9 unter, auch damals stand es zur Halbzeit 0:5. Zwei Jahre später erwies sich Valencia für das ÖFB-Team erneut als schlechter Boden, mit Otto Baric verlor man 0:4.


Rapid leistete in den zweiten 45 Minuten zwar mehr Gegenwehr, die Schmach war jedoch nicht mehr zu verhindern. Sie artete letztlich sogar in der höchsten Europacup-Niederlage in der Geschichte der Hütteldorfer aus, nachdem der eingewechselte Rodrigo in der 89. Minute den 6:0-Endstand besorgte. Die bis dato höchste Niederlage auf internationalem Parkett hatte Rapid vor 60 Jahren mit dem 2:7 beim AC Milan hinnehmen müssen.