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Eine Zwischenrenaissance für den Goldpreis

Gold bars from the vault of a bank are seen in this illustration picture taken in Zurich
Goldbarren(c) REUTERS (ARND WIEGMANN)
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Gold ist stark gestiegen, Goldminenaktien noch viel stärker. Eine Chance für Kurzfristgewinne.

Während Aktieninvestoren ihre seit Jahresbeginn geschlagenen Wunden lecken, hat 2016 für Goldbesitzer geradezu glänzend begonnen. Immerhin ist das jetzt deutlich über 1200 Dollar je Feinunze notierende Edelmetall eine der ganz wenigen Asset-Klassen, die ihren Haltern heuer deutliche Zuwächse beschert. Besser geht es nur noch den Besitzern der um teilweise mehr als 50 Prozent gestiegenen Goldminenaktien – aber auch das hat ja ursächlich mit dem Goldpreis zu tun.

Ist das die Wende? Da sind sich die Experten derzeit nicht so sicher. Der jüngste Anstieg hat mit der zwischenzeitig schon verloren geglaubten Krisenmetallfunktion des Goldes zu tun. Die lässt aber wieder nach, sobald sich die konjunkturellen und sonstigen Wogen gelegt haben. Und das sollte in der zweiten Jahreshälfte doch der Fall sein.

Kurzfristig hat die Krisenfunktion aber nicht nur wegen des drohenden Brexits und der regelmäßigen Rücknahme der globalen Konjunkturprognosen durchaus noch Potenzial. Experten gehen jetzt davon aus, dass es durchaus in Richtung 1300 Dollar je Feinunze gehen sollte.

Danach dürfte aber wieder Ernüchterung einkehren. Die meisten Experten schätzen, dass die Goldnotierung zum Jahresende wieder unter 1200 zu liegen kommt und sich in den kommenden Jahren nicht allzu stark weiterbewegt. Sogar die pessimistischen 1000-Dollar-Prognosen, die vor dem jüngsten Aufschwung die Runde machten, sind wieder zurück auf dem Marktplatz.

Mit Gold wird man in nächster Zeit also durchaus noch verdienen können. Aber nur, wenn man sich vom Glitzermetall rechtzeitig wieder trennt und es (noch) nicht als Langfristanlage sieht. Solche Kurzfristanlagen macht man am besten gehebelt. Dazu muss man nicht riskante Derivate kaufen. Auch die in den vergangenen Jahren völlig ausgebombten Goldminenaktien sind neuerdings mit einer Art Hebelwirkung unterwegs: Sie reagieren viel stärker als der Goldpreis selbst.

Barrick Gold & Co sind heuer zwar schon dramatisch gestiegen. Allerdings von einem sehr tiefen Niveau aus. Schließlich waren die Notierungen der Goldförderer im Zuge der Goldbaisse um 90 Prozent und mehr gefallen. Da muss die Reaktion auf das Wiedererstarken des Goldes außerordentlich kräftig ausfallen, zumal viele Förderer in der Krise ihre Kostenposition stark verbessert haben. Allerdings: Goldminenaktionäre sollten den Goldpreis stets sehr genau im Auge behalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.02.2016)