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Sachsen: Flüchtlingsheim brannte unter Jubel Schaulustiger ab

Der Brandort in Bautzen
Der Brandort in BautzenAPA/dpa-Zentralbild/Rico Loeb
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Mehrere Menschen behinderten die Löscharbeiten im unbewohnten Flüchtlingsheim, die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Nach den Protesten eines wütenden Mobs gegen Flüchtlinge in Clausnitz sorgt ein neuer fremdenfeindlicher Vorfall in Sachsen deutschlandweit für Entsetzen. In Bautzen quittierten betrunkene Schaulustige in der Nacht auf Sonntag einen vermutlich gelegten Brand in einem noch unbewohnten Flüchtlingsheim mit Beifall und abfälligen Bemerkungen. Zudem behinderten sie die Feuerwehr bei ihren Löscharbeiten.

Justizminister Heiko Maas (SPD) twitterte: "Wer unverhohlen Beifall klatscht, wenn Häuser brennen, und wer Flüchtlinge zu Tode ängstigt, handelt abscheulich und widerlich." Ähnlich äußerte sich Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). "Das sind keine Menschen, die so was tun. Das sind Verbrecher", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Unverhohlene Freude"

In Bautzen beobachteten laut Polizei schätzungsweise 20 bis 30 Menschen das Feuer in einem früheren Hotel, das zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut wird. Teilweise seien die Gaffer betrunken gewesen und hätten "abfällige Bemerkungen" gemacht oder "unverhohlene Freude" gezeigt, berichtete ein Polizeisprecher. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand.

Der Brand ist vermutlich gelegt werden. Nach ersten Untersuchungen sei von einer Brandlegung auszugehen, teilte die Polizei Görlitz am Sonntag mit. Es seien Spuren von einem Brandbeschleuniger in dem Gebäude entdeckt worden. Weitere Angaben wollten die Ermittler zunächst nicht machen.

Drei Gaffer behinderten die Löscharbeiten, Details dazu nannte die Polizei nicht. Sie nahm zwei 20-Jährige vorläufig in Gewahrsam, weil sie sich Platzverweisen widersetzten. Es sei "unerträglich, wie offen und respektlos der Hass auf Ausländer zur Schau getragen wird", sagte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) der dpa.

In Sachsen war es immer wieder zu Übergriffen gegen Flüchtlingsunterkünfte und Flüchtlinge gekommen.

(APA/dpa)