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Hofburg-Wahl: Kandidaten einigen sich auf Fairnesspakt

Hundstorfer, Van der Bellen, Griss, Khol
Hundstorfer, Van der Bellen, Griss, KholAPA/HERBERT NEUBAUER
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Kernpunkt der Vereinbarung ist die Einhaltung eines "respektvollen, sachlichen Stils". Die Grünen und Griss sind enttäuscht.

Vertreter der Präsidentschaftskandidaten haben sich am Montag auf ein Fairnessabkommen geeinigt. Kernpunkt der Vereinbarung, welche die Kandidaten von SPÖ, ÖVP und Grünen, sowie die unabhängige Irmgard Griss unterstützen, ist die Einhaltung eines "respektvollen, sachlichen Stils". Kompromisse gab es bei Transparenz und Werbebeschränkungen.

Die Kandidaten für die Hofburg wollen laut dem Fairnessabkommen, für das es mehrere Verhandlungsrunden gebraucht hatte, "in ihren Aktivitäten persönliche Angriffe, Diffamierungen, ehrenrührige Behauptungen, persönliche Herabsetzungen" unterlassen. Zudem verpflichteten sich die vier Seiten, Respekt vor der Privatsphäre der anderen Kandidaten zu üben sowie das Verbreiten "falscher Tatsachen, irreführender Behauptungen und unrichtiger Darstellungen" sowie jegliche Art des "Dirty Campaigning" zu unterlassen.

Zeitliche Beschränkung der Intensivphase

Zudem einigten sich die Kandidaten sowie deren Wahlkampf-Verantwortliche auf eine zeitliche Beschränkung der Intensivphase des Wahlkampfs. Die Intensivphase dürfe erst vier Wochen vor dem Wahltermin am 24. April beginnen, die Plakatierung an fixen Stellen sowie das Schalten von Inseraten nicht vor dem 28. März erfolgen. Kleine Plakate dürfen schon vier Tage früher affichiert werden. Auch die Anzahl der Plakatflächen selbst wurde beschränkt: So einigte man sich auf maximal 2250 Groß- und maximal 20.000 Kleinflächen.

Auch bei der Offenlegung von Spenden wurde ein Kompromiss gefunden. Sämtliche Einnahmen daraus und sonstige für den Wahlkampf erhaltene Zuwendungen sollen gemäß Bundespräsidentenwahlgesetz veröffentlicht werden. Darüber hinaus gehend werden sämtliche Geld-und Sachspenden mit einem Wert von über 3500 Euro samt Name und Anschrift des Spenders regelmäßig - jedenfalls aber eine Woche vor der Wahl - auf der Homepage der Kandidaten und deren Unterstützern veröffentlicht. Eine vollständige Spendenliste mit einem Wert von über 3500 Euro soll samt Name und Anschrift binnen zwei Wochen nach der Wahl veröffentlicht werden.

Bitte an Medien um "ausgewogene Berichterstattung"

Weiters verpflichteten sich die vier antretenden Gruppierungen zu "Ausgewogenheit". Konkret richten sie die Bitte an die Medien um "eine ausgewogene und faire Berichterstattung". Auch nach der Unterzeichnung des Abkommens wollen sich die Vertreter der Kandidaten in einer "Kontrollkommission" laufend abstimmen. Alle nicht einvernehmlich lösbaren Fragen sollen einem Schiedsgremium vorgelegt werden, das ebenfalls aus Vertretern jeder Vertragspartei zusammengesetzt ist. Den Vorsitz soll eine "anerkannte Persönlichkeit" führen, die einvernehmlich bestellt wird.

Die FPÖ hatte sich mit ihrem Kandidaten Norbert Hofer an den Verhandlungen nicht beteiligt.

Grüne und Griss enttäuscht

Das getroffene Abkommen sorgt allerdings nicht bei allen der vier Unterzeichner für Begeisterung. "Leider ist es uns nicht gelungen, eine Kostenbeschränkung und umfassende Transparenzregelungen zu vereinbaren", sagte Lothar Lockl, Wahlkampfmanager des Grünen Alexander Van der Bellen, nach der letztlich erfolgreichen Verhandlungsrunde im Parlament. Dennoch lobte er den "sachlichen und respektvollen Umgang" dabei. Milo Tesselaar, Wahlkampfleiter von Griss, bedauerte ebenfalls, dass es zu keiner Verbesserung gegenüber der Vereinbarung von 2004 gekommen sei, der Titel "Fairness- und Transparenzabkommen" treffe schlicht nicht zu.

"Es ist ein Ergebnis, in dem sich alle vier Teams wiederfinden können", lobt indes der Wahlkampfmanager des SPÖ-Kandidaten Rudolf Hundstorfer, Nedeljko Bilalic, die Einigung. Kritischer zeigte sich der Wahlkampfmanager von ÖVP-Mann Andreas Khol, Karl Nehammer, der das Ergebnis "mit einem lachenden und einem weinenden Auge" sieht.

(APA)