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"Einer von uns, einer für uns": Hundstorfer geht ins Web

SPÖ-Präsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer
SPÖ-Präsidentschaftskandidat Rudolf HundstorferAPA/HERBERT NEUBAUER
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Per Video lässt sich der rote Hofburg-Kandidat von Notenbank-General Notwotny loben. Die Volkspartei ist darüber empört.

SPÖ-Präsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer treibt nun seine Hofburg-Kampagne im Web voran. Seit gestern Abend sind seine Facebook-Seite und sein Twitter-Account aktiv. Dazu kommt ein neues Video, in dem unter anderem Notenbank-General Ewald Notwotny ein Loblied auf den roten Hofburg-Anwärter anstimmt. Neu ist auch der Slogan: "Einer von uns, einer für uns".

Ging es im ersten Video der Hundstorfer-Kampagne noch darum, dass sich der Kandidat selbst dem Wählervolk vorstellt, sind es nun seine Unterstützer, die die Persönlichkeit des früheren ÖGB-Chefs und Sozialministers würdigen. Dabei wird Hundstorfer vor allem als menschlicher Problemlöser positioniert.

Schwierigkeiten ist er ja tatsächlich gewöhnt, etwa als er als ÖGB-Präsident die Krise der vormaligen Gewerkschaftsbank Bawag zu handeln hatte. Deren damaliger Generaldirektor Nowotny würdigt dann auch Hundstorfers Zuverlässigkeit, Menschlichkeit und seine guten Nerven. Der vormalige Alpine-Personalchef Michael Pichler meint rückblickend auf die Pleite des Bauriesen, Hundstorfer habe sich ihm damals als "Meister des Zuhörens und Anpackens" präsentiert. Auch Snjezana Brajinovic, bekannt geworden als Zielpunkt-Betriebsratschefin, erklärt mit Blick auf das Aus für die Supermarkt-Kette: "Hundstorfer hat uns geholfen."

Auf Facebook und Twitter postet der Kandidat vorerst nur die Bitte um Unterstützungserklärungen. Auf seiner Homepage finden sich indes neben der Präsentation vvon Fotos auch sein "Amtsverständnis". Demnach möchte er "die politische Kultur des offen Dialogs, des Respekts und des Miteinanders als Bundespräsident sichern, fördern und stärken". Hundstorfer plant dazu regelmäßige Sprechstunden mit den Bürgern, sowohl in der Hofburg als auch zumindest einmal jährlich in jedem Bundesland.

Nowotny-Auftritt  empört ÖVP

Die ÖVP reagierte am Dienstag empört auf den Auftritt von Nationalbank-Gouverneur Nowotny im Kampagnenvideo des roten Kandidaten. Klubchef Reinhold Lopatka forderte Nowotny mit Verweis auf die Unabhängigkeit der Nationalbank auf, "dass Sie derartige Aktivitäten einstellen". Nowotny wies die Kritik umgehend zurück und betonte, im Video nur als Ex-Bawag-Generaldirektor zu sprechen.

>>> Homepage von Rudolf Hundstorfer

(APA)