Wozu diente die Terrakotta-Armee?

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Neue Ausgrabungen sollen Qin Shihuangdis Rätsel lösen. Nun hat man, nach langem Mühen, zwei Chemikalien (Methacrylate), die die Zersetzung der Farbe verhindern; jetzt werden die Ausgrabungen weitergeführt.

Nachdem Ying Zhen 221v.Chr. China geeint, sich zum Kaiser ausgerufen und den Namen „Qin Shihuangdi“ gegeben hatte, modernisierte der 38-Jährige das Land, ließ Straßen und große Teile der Chinesischen Mauer anlegen, sorgte für einheitliche Maße, Gewichte und Schriftzeichen. Aber bald darauf wurde er von einem Gedanken besessen, dem an seinen Tod, er suchte ein Elixier der Unsterblichkeit, und er baute vor, ließ sich ein riesiges Mausoleum errichten (damit hatte er früh begonnen, der Bau dauerte 38 Jahre). Dort zog er ein, als er mit 50 starb, die Stätte ist weithin sichtbar, heute noch, obwohl die Gebäude längst zerstört wurden.

Aber erst 1974 stießen Bauern 1,5 Kilometer östlich des Mausoleums mit dem Pflug auf einen lebensgroßen Terrakotta-Soldaten, seitdem wurde eine Armee aus der Erde geholt – 1300 Mann, auch Pferde –, aber man stellte die Grabungen ein, weil die Bemalungen der Figuren sehr rasch zerfielen – binnen Minuten –, wenn sie aus der Erde geholt wurden. Damit war nicht nur die Pracht dahin, auch die Struktur und Bedeutung der Armee wurde noch schwerer interpretierbar: Sie hatte echte Waffen, manche glauben, der Kaiser wollte in der anderen Welt auferstehen und mit der Armee in den Krieg ziehen, aber es ist umstritten.

Nun hat man, nach langem Mühen, zwei Chemikalien (Methacrylate), die die Zersetzung der Farbe verhindern, nun geht man wieder ans Graben. Bei den Soldaten, nicht beim Kaiser: Sein Mausoleum soll unvergleichbare Schätze enthalten, etwa „Flüsse aus Quecksilber“, die die großen Flüsse Chinas symbolisierten. Und Forscher haben auch – von oben – hohe Quecksilbergehalte im Boden detektiert. Aber dieses Areal ist für Grabungen tabu. (Science, 325, S.23)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.07.2009)

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