Autodiebstähle heuer um 40 Prozent gestiegen

Volkswagen ist eine begehrte Marke bei Autodieben
Volkswagen ist eine begehrte Marke bei Autodieben(c) REUTERS (Christian Charisius)
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Fast 60 Prozent aller Diebstähle passieren in Wien. Die Zahl der angezeigten Fälle ist hier sogar um 77 Prozent gestiegen. Die Aufklärungsquote liegt bei 5,8 Prozent.

Die Zahl der gestohlenen Pkw in Österreich ist in den ersten fünf Monaten des heurigen Jahres sprunghaft um 40 Prozent angestiegen. In Wien, wo im Bundesländervergleich die absolute Zahl an angezeigten Fällen am größten ist, verzeichnet man sogar ein Plus von 77 Prozent. Fast 60 Prozent aller Entwendungen entfallen auf die Bundeshauptstadt. "Das ist der höchste Wert, den wir je hatten", sagte Rupert Sprinzl, Büroleiter für Eigentumskriminalität im Bundeskriminalamt (BK).

Wien ist für Autodiebe ein heißes Pflaster und für Tätergruppen aus dem Osten die erste Großstadt, die nicht weit von der Grenze entfernt liegt. Hauptsächlich handelt es sich bei den Autodiebstählen um Organisierte Kriminalität.

Die Krise macht Diebe

Hinter Wien landet Niederösterreich mit einer Zunahme von mehr als 27 Prozent an zweiter Stelle. Deutliche Zuwächse - bei kleineren absoluten Zahlen - gab es in den ersten fünf Monaten 2009 auch im Burgenland (plus 69,2 Prozent), Tirol (plus 44,4 Prozent) und Oberösterreich (plus 4,8 Prozent). Selbst wenn man die Fahndungsstatistik betrachtet - wo anders als in der Anzeigenstatistik Diebstahlsversuche herausgerechnet werden - ist ein deutlicher Anstieg sowohl bundesweit als auch in einzelnen Bundesländern zu verzeichnen. In Wien hat es laut Fahndungsstatistik von April auf Mai 2009 eine Zunahme bei den Pkw-Diebstählen um 30,2 Prozent gegeben, in Niederösterreich um 34,2, in Salzburg um 27,8 Prozent.

Der hohe Anstieg ist schwer zu erklären. Verantwortlich dürften mehrere Faktoren sein - eine Erklärung sucht man auch in diesem Fall in der allgemeinen wirtschaftlichen Lage: Die Krise macht Diebe. Verschiebertäter stammen hauptsächlich aus der Slowakei, Ungarn, Tschechien, Polen, Serbien oder Kroatien und arbeiten auf Auftrag. "Derjenige, der das Auto stiehlt, ist nicht unbedingt der, der es über die Grenze bringt", so der Ermittler.

Aufklärungsquote liegt bei 5,8 Prozent

Auch der Blick auf die Aufklärungsquote ist ernüchternd. In Wien, wo die meisten Fahrzeuge gestohlen werden, lag sie von Jänner bis Mai 2009 bei mageren 5,8 Prozent, ein Rückgang um 4,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr davor. Ähnlich die Quote in Niederösterreich: 6,8 Prozent geklärte Fälle in den ersten fünf Monaten 2009 (im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag sie bei 11,1 Prozent).

Dass ein Mehr an Polizeipräsenz der Prävention nützen kann, zeigt ein Blick auf die Statistik während der Fußball-Europameisterschaft: 2008 hat es in den ersten fünf Monaten ebenfalls eine stetige Steigerung gegeben, ehe während der EURO im Juni ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. Auch durch die verstärkten Kontrollen im Zuge der Soko-Ost habe man Erfolge eingefahren, meinte der Ermittler. So lag die Wiederauffindungsrate im Mai 2009 bei 24,9 Prozent. 165 Kraftfahrzeuge konnten vor der Verschiebung über die Grenze abgefangen werden.

VW wird am liebsten gestohlen

Die Hitliste der gestohlenen Marken orientiert sich an den Zulassungszahlen: Platz eins nimmt VW ein, gefolgt von Audi, Toyota, Skoda, Mercedes, BMW, Opel, Seat und Ford. Im Mai 2009 wurden aber auch Luxuswagen, darunter ein Ferrari und vier Lexus, gestohlen gemeldet.

Diebstähle von Pkw und Kombi nach Bundesländer (angezeigte Fälle):

Zahl der Diebstähle (Jänner bis Mai)

2009 2008 Veränderung
Wien 1240 700 + 77,1 Prozent
Niederösterreich 574 451 +27,3 Prozent
Oberösterreich 131 125 + 4,8 Prozent
Salzburg 77 83 - 7,2 Prozent
Steiermark 153 158 - 3,2 Prozent
Tirol 52 36 + 44,4 Prozent
Vorarlberg 20 39 - 48,7 Prozent
Burgenland 22 13 + 69,2 Prozent
Kärnten 38 59 - 35,6 Prozent

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