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Zanzu: Onlineportal bietet Sexualaufklärung für Migranten

Sechs Informationskategorien gibt es auf Zanzu.
Sechs Informationskategorien gibt es auf Zanzu.(c) www.zanzu.be
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Schwangerschaft, Arztbesuche, Gleichberechtigung - ein mehrsprachiges Portal will aufklären, ohne kulturelle Befindlichkeiten zu verletzen. Und so die Integration vorantreiben.

Wie entstehen Kinder? Wie benutzt man ein Kondom? Wie kommt es zu AIDS? Fragen wie diese werden in den meisten westlichen Ländern bereits in der Schule, im Sexualkunde-Unterricht, beantwortet. In manchen arabischen und afrikanischen Staaten sind Informationen über die sexuelle Gesundheit hingegen schwerer zu bekommen. Das soll sich jetzt ändern: Die deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) präsentierte am Donnerstag die mehrsprachige Aufklärungsplattform "Zanzu - Mein Körper in Wort und Bild".

Zielgruppe sind Migranten. "Vor allem zu uns geflüchtete Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, erhalten hier einen diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich", erklärte Elke Ferner vom deutschen Bundesfamilienministerium.

Plattform in 13 Sprachen

Die gebotenen Informationen gliedern sich in sechs Kategorien: Körper, Familienplanung, Infektionen, Sexualität, Beziehungen sowie Rechte und Gesetze. Die Seite ist übersichtlich gestaltet, der Besucher kann zwischen 13 Sprachen wählen, darunter Englisch, Arabisch, Türkisch oder Farsi. Zusätzlich werden die Sachverhalte durch Bilder veranschaulicht. So bedeutet ein aufeinanderliegendes Pärchen mit Daumen-Hoch-Button "guter Sex". Dasselbe Bild mit einem Geldschein steht für Prostitution.

Weiters behandelt Zanzu Themen wie Schwangerschaftsabbruch, weibliche Genitalverstümmelung oder Scheidung. Auch der Bereich der Gleichberechtigung von Mann und Frau wird erwähnt. All diese Informationen könnten die Integration in eine westliche Gesellschaft erleichtern.

Rücksicht auf Kultur und Religion

Bei der Gestaltung legten die Entwickler großen Wert auf religiöse oder kulturelle Befindlichkeiten. Dazu testeten sie die Plattform mit Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, erzählt Christine Winkelmann, Referatsleiterin für Prävention in der BzgA, der Süddeutschen Zeitung. Das Ergebnis sei überwiegend positiv aufgenommen worden.

In einem nächsten Schritt soll Zanzu in mehrere Länder verbreitet werden. Bestimmte Informationen - wie etwa zu Verhütung oder Scheidung - müssen dafür an die jeweilige Gesetzeslage des Staates angepasst werden. Dass die Idee aber grundsätzlich gelingt, ist sich Winkelmann sicher: Schließlich funktioniere der menschliche Körper überall gleich.

>>> Die Aufklärungsplattform Zanzu

(Red.)