IWF korrigiert Konjunktur-Prognose nach oben

ARCHIV - IWF Chef Dominique Strauss-Kahn spricht am 2. April 2009 beim 2-20 Gipfel in London. (AP Pho
ARCHIV - IWF Chef Dominique Strauss-Kahn spricht am 2. April 2009 beim 2-20 Gipfel in London. (AP Pho(c) AP (Alastair Grant)
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Schon nächstes Jahr wird die Weltwirtschaft wieder um 2,5 Prozent wachsen, prognostiziert der IWF. In der Eurozone hält die Rezession aber noch an: 2010 wird die Konjunktur noch um 0,3 Prozent zurückgehen.

Die Weltwirtschaft löst sich laut IWF derzeit aus der Rezession und wird 2010 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Nächstes Jahr werde die Wirtschaftsleistung um 2,5 Prozent zulegen, prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Mittwoch. Der Fonds beurteilt die Aussichten damit in etwa positiver als im April. "Die Finanzierungsbedingungen haben sich verbessert, weil der beispiellose Eingriff der Politik die Gefahr eines systemischen Zusammenbruchs verringert und die Aussichten für eine Konjunkturerholung verbessert haben", erklärte der IWF.

Weltwirtschaft bleibt verwundbar

In Industrie- und Schwellenländern dürfte die Konjunktur nach Einschätzung des IWF im zweiten Halbjahr an Fahrt gewinnen. Die globale Wirtschaft bleibe aber verwundbar. Staatliche Konjunkturstützen seien daher vorerst unverzichtbar.

Diese Ansicht herrscht auch beim G8-Gipfel vor: Eine Erholung nach den starken Einbrüchen der vergangenen Monate sei nicht gesichert, heißt es in dem Entwurf der sieben wichtigsten Industriestaaten und Russlands (G8) im italienischen L'Aquila. Für die Stabilität der Wirtschaft und des Finanzsystems bestünden weiterhin signifikante Risiken. Staatliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Konjunktur könnten erst bei einer nachhaltigen Erholung zurückgefahren werden.

Danach sieht es derzeit aber noch nicht aus: Für 2009 senkte der IWF seine Prognose für die Entwicklung der Weltwirtschaft auf minus 1,4 von zuvor minus 1,3 Prozent. Das wäre das erste Minus seit dem Zweiten Weltkrieg. Besonders hart wird es demnach die exportlastige deutsche Wirtschaft treffen, die der Prognose zufolge 2009 um 6,2 Prozent schrumpfen und auch nächstes Jahr noch nicht auf die Beine kommen wird. Auch die Aussichten für die Euro-Zone sieht der Fonds düster: Nach einem Konjunktureinbruch um 4,8 Prozent in diesem Jahr werde es nächstes Jahr ein Minus von 0,3 Prozent geben.

Eurozone hinkt hinterher

Die Rezession in der Euro-Zone hat nach Einschätzung führender Wirtschaftsinstitute im Frühjahr aber bereits deutlich an Tempo verloren. Für das zweite Quartal sagten das Münchner Ifo-Institut, das italienische ISAE und die französische Statistikbehörde INSEE ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent voraus. Die globale Wirtschaftskrise hatte die Euro-Zone zu Jahresbeginn mit voller Wucht getroffen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte nach endgültigen Berechnungen von Jänner bis März im Rekordtempo um 2,5 Prozent. Damit fiel das Minus noch höher aus als in den USA, deren Wirtschaft um 1,4 Prozent eingebrochen war.

(Ag.)

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