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Zeit für Frauenförderung

Grüne wollen Quote bei Professorenbestellung.

Wien (maf). Die Grünen wollen jetzt den Frauenanteil an den Universitäten kräftig erhöhen. „Bis Ende 2010 wird rund ein Viertel der Professorenstellen vakant“, sagt die grüne Frauensprecherin Judith Schwentner. Das entspreche rund 580 Professorenstellen, damit sei jetzt der perfekte Zeitpunkt gegeben, um den Anteil an Professorinnen zu erhöhen.

Schwentner vermutet eine Vergabe der Professuren nach altem, männerdominiertem Muster. Mangelnde Transparenz und ein unzureichend professionelles Vorgehen bei den Berufungsverfahren gehen regelmäßig zu Lasten der Frauen, die nicht in Seilschaften eingebunden seien.

 

 

Das Ergebnis: Die meisten Universitäten weisen bei ihren Berufungen immer noch einen extrem niedrigen Frauenanteil auf. Schwentner fordert daher Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) auf, eine konsequente Frauenförderung zu betreiben und Quoten für Professorinnen festzulegen. Bei Nichteinhaltung der Quote solle es für die jeweilige Uni finanzielle Einbußen geben, bei Zielerfüllung zusätzliche Mittel.

 

Arbeitsintensive Gremien

Kontraproduktiv findet Schwentner dagegen den Plan von Hahn, für universitäre Gremien eine 40-prozentige Frauenquote vorzuschreiben. Denn das würde bedeuten, dass „die wenigen Wissenschaftlerinnen, die es geschafft haben, den Großteil ihrer Zeit in Sitzungen verbringen müssen, während sich ihre männlichen Kollegen der Forschung widmen“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.07.2009)