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International: Jus, Chemie und Psychologie an der FH

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Deutsche und Schweizer Fachhochschulen haben einen breiten Fächerkanon. In Österreich gehen die Wogen hoch.

Wien. Deutschland, die Schweiz und die Niederlande sind für das Wissenschaftsressort Vorbilder, wenn es um die Verteilung der Studenten zwischen Unis und Fachhochschulen geht. Mehr als ein Drittel studiert dort an FH. Und der Fächerkanon ist um einiges breiter als hierzulande. In Deutschland können FH-Studenten anders als in Österreich angewandte Mathematik, Chemie, Physik oder Psychologie studieren. Auch Jus – ein Fach, über dessen Verlagerung an die FH in Österreich diskutiert wird –, gibt es dort abseits der Unis, wenn auch ohne direkten Zugang zu den klassischen Rechtsberufen, wie eine Aufstellung des Wissenschaftsressorts zeigt.

Jus kann man auch in den Niederlanden an FH studieren, ebenso wie angewandte Psychologie oder Chemie. Auch die Lehrerausbildung findet dort an Fachhochschulen statt. So ist das auch in der Schweiz, wo FH außerdem u. a. Übersetzen, Chemie und ebenfalls angewandte Psychologie anbieten.

 

Rektoren und FH verärgert

Minister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), der zuletzt gesagt hat, dass Wirtschaft für eine Verlagerung infrage käme und man über Jus diskutieren müsse, gibt sich inzwischen aber zurückhaltender. „Wir legen uns noch nicht fest, was einzelne Fächer angeht.“ Man stehe am Anfang einer ergebnisoffenen Debatte. Und es gehe nicht zwingend um eine Verlagerung ganzer Fächer.

Dagegen wehren sich nämlich die Unis. Eine Verlagerung ganzer Fächer komme nicht infrage, sagt Rektorenchefin Sonja Hammerschmid. Erst sei zu klären, ob sich bestimmte Fachbereiche überhaupt für ein FH-Bachelorstudium eignen. Nur die „Massennachfrage“ könne kein Argument dafür sein. Sie ortet ein „fundamentales Missverständnis über den Wert universitärer Bildung“. Das ärgert nun die FH: Die Unis seien offenbar nicht bereit, den Sektor gemeinsam voranzubringen. Sie sollten „Erbsenzählerei“ und „Standesdünkel“ beenden. (beba)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.03.2016)