Papst: "Arabische Invasion ist soziale Tatsache"

Der Papst vor seiner Generalaudienz in Rom.
Der Papst vor seiner Generalaudienz in Rom.APA/AFP/VINCENZO PINTO

Aus dem Flüchtlingsstrom ergäben sich Chancen, meint Franziskus. Bis jetzt habe Europa immer aus solchen Krisen gelernt.

Papst Franziskus macht mit seiner unkonventionellen Art schon länger von sich reden. Jetzt sorgt er mit harschen Tönen zur Flüchtlingskrise in Europa wieder für Schlagzeilen. "Wir können heute von einer arabischen Invasion sprechen. Das ist eine soziale Tatsache", zitiert die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" in ihrer Freitagsausgabe das katholische Kirchenoberhaupt. Franziskus hatte die Äußerung schon vergangenen Dienstag bei einem Treffen mit Mitgliedern der französischen Sozialbewegung „Poissons Roses“ in seiner Residenz Santa Marta getätigt, heißt es in einem Bericht der "FAZ".

Daraus ergäben sich allerdings auch Chancen, fügte der Papst hinzu. Europa habe in seiner Geschichte viele Invasionen erlebt, "aber es hat immer über sich selbst hinauswachsen, voranschreiten können, um sich dann, bereichert durch den Austausch der Kulturen, wiederzufinden". Außerdem forderte er die EU-Staaten auf, nicht nur ihre eigenen Agenden zu verfolgen, sondern sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen - "in dem Bewusstsein, dass man etwas verlieren muss, damit alle gewinnen können."

Angesichts der gesellschaftlichen und politischen Umbrüche sei ein Bewusstsein für die eigenen Wurzeln und die eigene Geschichte wichtig. Es fehle derzeit an europäischen Leitfiguren wie seinerzeit die Staatsmänner Robert Schuman und Konrad Adenauer, die Gründerväter der europäischen Einigungsbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg, meinte der Papst.