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OMV-Aufsichtsratschef Peter Oswald tritt zurück

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Der Präsident des OMV-Kontrollgremiums verkündet seinen Rücktritt. Die "strategischen Weichen" für eine erfolgreiche Zukunft des Energiekonzerns seien gestellt, so Oswald.

OMV-Aufsichtsratspräsident Peter Oswald wird sein Mandat bei der nächsten Hauptversammlung am 18. Mai 2016 niederlegen. "Die strategischen Weichen für die künftige Ausrichtung der OMV wurden gemeinsam erfolgreich gestellt. Persönlich war mir am wichtigsten, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand wiederherzustellen. Das hat das Klima im gesamten Unternehmen nachhaltig verbessert", sagt Oswald laut einer Presseaussendung. 

Oberndorfer: Oswald war "sehr konstruktiv"

Der Rückzug Oswalds ist für viele Beobachter überraschend gekommen. Bezogen auf den notwendigen Arbeitsaufwand stößt Oswalds Schritt aber auch auf Verständnis. ÖBIB-Chefin Martha Oberndorfer bedauerte den Schritt Oswalds, bedankte sich im APA-Gespräch aber für seine "sehr konstruktive Tätigkeit, in der einiges gelungen ist".

Oberndorfer lobte die Bestellungen neuer Vorstandsmitglieder unter der Ägide Oswalds und dass in seiner Zeit als OMV-Präsident eine neue Strategie für Österreichs größten Industriekonzern implementiert wurde. Der Fokus sei auf eine nachhaltige Wertsteigerung gelegt worden und die Corporate Governance gestärkt. "Nicht zuletzt hat sich der Aktienkurs besser als der relevante Index (ATX, Anm.) entwickelt", sagte Oberndorfer. Für das Finden eines Nachfolgevorschlags habe das Nominierungskomitee auch mit rund zweieinhalb Monaten noch genug Zeit, betonte und beruhigte sie.

Rasinger: "Eine Freude habe ich nicht"

Auch für den Kleinanlegerschützer Wilhelm Rasinger kommt der Rückzug Oswalds "sicher überraschend. Ich habe nicht damit gerechnet. Eine Freude habe ich nicht." Der IVA-Präsident äußerte zwar Verständnis für den Schritt, da der Job bei der OMV sehr intensiv sei und jener als CEO bei Mondi Europa auch mehr als eine tagesfüllende Tätigkeit sei.

Rasinger sagte, die OMV sei derzeit in keiner einfachen Situation. "Jede personelle Änderung bringt eine gewisse Unruhe." Es gehe aber nicht nur um Verträge, sagte er auf die Syndikatsvertragsverhandlungen angesprochen, "sondern auch wie Menschen miteinander können und wie eine Vertrauensbasis ausschaut". Die Latte für die Nachfolge Oswalds liege jedenfalls hoch, so Rasinger.

Im ÖBIB-Nominierungskomitee - das politisch aus SPÖ-Staatssekretärin Sonja Steßl und ÖVP-Pendant Harald Mahrer sowie aus VIG-AR-Chef Günter Geyer sowie Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner besteht - werde man schon eine Nachfolge finden, sagte Rasinger. Leitner und Geyer seien "bestimmt stark genug um parteipolitische Erwägungen gar nicht aufkommen zu lassen".

Republik hält über ÖBIB 31,5 Prozent der OMV

Die Republik Österreich hält über die ÖBIB 31,5 Prozent an der OMV, die IPIC 24,9 Prozent. Noch heuer sollen die Verhandlungen über eine Syndikatsvertragsverlängerung mit der International Petroleum Investment Company, Staatsunternehmen der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit Sitz in Abu Dhabi, abgeschlossen werden. IPIC soll eine Put-Option (Verkaufsoption für die Anteile an der OMV) haben, die unter gewissen Umständen gezogen werden könnte. Zum aktuellen Stand der Verhandlungen wollte sich die ÖBIB nicht äußern.

(APA)