Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

"Nur noch zehn Prozent echte Flüchtlinge"

Afghanen im Hafen von Piräus
Afghanen im Hafen von PiräusAPA/AFP/PANAYOTIS TZAMAROS
  • Drucken

Der überwiegende Teil der nach Griechenland strömenden Menschen könne nicht mehr als "richtiger" Flüchtling laut Völkerrecht gelten, sagt Griechenlands Vizeverteidigungsminister. Darunter fielen vor allem Afghanen.

Nur noch jede zehnte Person, die derzeit aus der Türkei nach Griechenland übersetzt, ist nach Angaben der Regierung in Athen ein Mensch auf der Flucht vor Krieg oder individueller Verfolgung. "Wenn wir etwa die Afghanen als Migranten einstufen, dann sind mittlerweile 90 Prozent dieser Menschen Wirtschaftsmigranten", sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Dimitris Vitsas am Freitag dem Fernsehsender ANT1.

Die Staaten auf der Balkanroute lassen seit fast zwei Wochen nur noch Syrer und Iraker weiter. Alle anderen stufen sie als Menschen ein, die aus rein wirtschaftlichen Gründen nach Europa wollen und demnach auch laut Völkerrecht nicht als Flüchtlinge gelten.

UNHCR relativiert

Die griechischen Behörden haben nach Angaben des Vizeministers bereits zwei größere Lager für Migranten bei Thessaloniki und Diavata sowie nahe Athen für jeweils 4000 Menschen gebaut. Zudem werden nach Informationen der Deutschen Presseagentur fünf neue Lager entlang eines Streifens errichtet, der etwa 15 bis 20 Kilometer südlich der Grenze zu Mazedonien liegt. Diese Lager sollen 10.000 Menschen aufnehmen können.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR indes war bemüht, die Aussagen des Vizeministers zu relativieren. Von den in Griechenland auf Weiterreise wartenden Flüchtlingen seien rund die Hälfte Syrer, etwa 17 Prozent Iraker und "nur" ein Viertel Afghanen. Im Übrigen solle ein europäischer Staat wie Griechenland ohne weiteres in der Lage sein, 30.000 Menschen unterzubringen und zu versorgen.

Zustrom heuer schon über 126.000 Menschen

Die griechische Küstenwache und die Patrouillenboote der europäischen Grenzagentur Frontex haben unterdessen binnen 48 Stunden 1080 Migranten aus der Ägäis gerettet. Hunderten anderen Personen sei es selbst gelungen, in kleinen Booten überzusetzen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) sind heuer bereits 126.166 Menschen nach Griechenland geströmt.

((apa))