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Hirschers 39. Weltcupsieg, Kristall für Kristoffersen

Alpine Skiing - Alpine Skiing World Cup
REUTERS
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Marcel Hirscher gewann den Slalom von Kranjska Gora, die Kugel eroberte aber der Norweger Kristoffersen.

Die Feierlichkeiten nach dem fünften Gewinn des Gesamtweltcups und der RTL-Kugel waren kontrolliert verlaufen. Marcel Hirscher wurde zwar gefeiert, in Kranjska Gora als „erfolgreichster Skifahrer“ gepriesen, doch so recht wollte sich der Salzburger, 27, noch nicht gehen lassen. Der Erfolgsmensch wollte unbedingt auch am Sonntag im Slalom mitfahren, gewinnen und die nächste Kristallkugel seiner Sammlung zuführen. Er ging früh schlafen – und das rentierte sich teilweise. Hirscher gewann das Rennen und verbuchte den 39. Weltcupsieg, den 18. im Slalom – doch die kleine Kristallkugel eroberte der Norweger Henrik Kristoffersen.

Während dem jungen Skandinavier, 21, die Erlebnisse nahegingen, begann Hirscher zu rechnen. Mit 1625 Punkten übertraf er seinen bisherigen Saisonrekord von 1535 Zählern. Außerdem egalisierte der 27-Jährige seinen Podestplatzrekord aus der Saison 2012/13, als er ebenfalls 18-mal in die Top 3 gekurvt war. Hirscher fehlt in der ewigen Bestenliste somit nur noch ein Erfolg, um mit Pirmin Zurbriggen (SUI) gleichzuziehen. Führender in dieser Wertung ist Ingemar Stenmark (SWE) mit 86 Siegen, gefolgt von Hermann Maier mit 54 Erfolgen.

Charakter eines Champions

„Spaß haben für die restliche Saison“, so lautet Hirschers Devise. „Befreit Ski zu fahren ist ein Genuss und eine Freude“, sagt der 27-Jährige, der nach drei Slalom-Gesamtsiegen in Folge den Platz an der Spitze räumen musste. „Henrik ist ein verdienter Sieger. Er war in einer Drucksituation, er hat dagegengehalten. Das zeichnet einen Champion auch aus“, gratulierte Hirscher dem 21-Jährigen. Er selbst war froh, dass er gezeigt hat, dass er „noch Slalom fahren kann“. Hirscher, Schwarz, Marc Digruber und Manuel Feller sind aus dem ÖSV-Team für das Finale in St. Moritz qualifiziert.

Seit Samstag diskutiert die Fachszene darüber, welche Ziele sich Hirscher nun noch stecken muss. Dass ihm in Österreich der Legenden-Status gewiss ist, muss nicht gesondert betont werden, aber sportlicher Natur sieht ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher durchaus Herausforderungen. Die sechste oder siebente Kugel sei kein Ziel, eher das Allround-Erlebnis. Er sagt: „Vielleicht gewinnt er einmal eine Abfahrt. Das ist eine Herausforderung, an die er denken sollte. Ich sehe es immer mehr, er hat die Möglichkeit. Speed macht ihm Spaß, das sieht man auch.“

Der Lockruf der Abfahrt

Alle großen Skifahrer hätten sich im zunehmenden Alter mehr an die Abfahrt herangetastet, viele seien vom Slalom gekommen wie Michael Walchhofer oder Bode Miller. Dann hätte Hirscher auch in jeder Sparte gewonnen. Puelacher könne vor dem Annaberger nur den Hut ziehen. Die Konstanz, das Niveau, seine Fahrten seien unglaublich und überstrahlen alles. Auch, dass kein anderer ÖSV-Fahrer in dieser Saison gewinnen konnte, die Speed-Fraktion restlos enttäuschte. Wo Hirscher nach Meinung des Cheftrainers immer ans Limit gegangen sei, ist der Super-G. „Da hat er Qualitäten gezeigt, was mich hoffen lässt, dass er in der Abfahrt einsteigt.“ Weil es kein besseres Training als jenes auf der rennfertigen Abfahrtstrecke gebe, ist das Abfahrtstraining beim Finale in St. Moritz ein Thema, auch in Hinblick auf dem Kombistart bei der WM 2017 ebendort. Puelacher: „Ich bin neugierig, was passiert. Jetzt kann auch ich mich hinstellen und sagen, jetzt genieße ich den Lauf vom Herrn Hirscher.“