Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Mehr Ungleichheit durch lockere Geldpolitik?

(c) APA/Boris Roessler
  • Drucken

Die Europäische Zentralbank wird ihre Maßnahmen wohl ausweiten.

Wien/Frankfurt/Basel. Die extrem lockere Geldpolitik vieler Notenbanken dürfte einer Studie zufolge dazu beigetragen haben, dass die Vermögen seit der Finanzkrise 2008 ungleicher verteilt sind. Zu diesem Ergebnis kommt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Zwar lasse sich keine direkte Verbindung zwischen Niedrigzinspolitik und Vermögensverteilung feststellen, schreibt die Zentralbank der Zentralbanken. Aber es gebe Hinweise, wie eine lockere Geldpolitik die Vermögensungleichheit erhöht habe. Dafür dürften vor allem steigende Aktienkurse verantwortlich gewesen sein. Als Folge von Wertpapierkäufen der Notenbanken hätten sich Investoren von Vermögenswerten wie Staatsanleihen getrennt und stattdessen riskantere Anlagen wie Aktien gekauft. Zudem habe die Niedrigzinspolitik zu einem Anlagenotstand geführt. Gedämpft werde dieser Umverteilungseffekt aber durch die ebenfalls gestiegenen Immobilienpreise, schränkt die BIZ ein. Dies liege daran, dass auch weniger reiche Haushalte über Immobilienbesitz verfügten, während Aktien vornehmlich im Besitz reicherer Anleger seien. Die Resultate sind jedoch begrenzt aussagekräftig, betonte die BIZ. Berücksichtigt wurde nicht, wie sich die Geldpolitik nach der Krise auf Beschäftigung und Wachstum ausgewirkt hat.

 

Zinssitzung am Donnerstag

An diesem Donnerstag wird die Europäischen Zentralbank (EZB) wohl eine Ausweitung ihrer Geldpolitik beschließen. Die meisten Experten erwarten, dass der Strafzins für Banken um 0,2 Prozentpunkte auf minus 0,5 Prozent verschärft wird. Für Banken wird es so teurer, Geld bei der EZB zu parken. Auch ein gestaffelter Zinssatz steht im Raum. Möglicherweise weitet die EZB auch ihr monatliches Anleihenkaufprogramm für eine bestimmte Zeit aus. Bisher interveniert sie monatlich für 60 Mrd. Euro. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2016)