Helden der zweiten Reihe
Immer, immer die Nebenrolle spielen
"Immer die Brautjungfer, nie die Braut" lautet ein amerikanisches Sprichwort und das trifft auch auf manche Schauspieler ganz gut zu. In Nebenrollen werden sie gerne und oft besetzt, Hauptrollen ergattern sie kaum. Doch, dass man auch in einer Nebenrolle brillieren kann, haben die folgenden "hauptberuflichen Nebenrollen-Darsteller" bewiesen.
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"Igendwie schräg" wird Steve Buscemis Charakter in "Fargo" beschrieben. Das trifft nicht nur auf den Film von den Coen-Brüdern zu, auch sonst wird der Schauspieler gern als abseitiger, neurotischer und psychisch labiler Charakter besetzt. Etwa als "Mr. Pink" in Quentin Tarantinos "Reservoir Dogs", als Bowler Donny in "The Big Lebowski". Es ist ja nicht so, als hätte Steve Buscemi noch nie eine Hauptrolle ergattert. Einprägsam ist der Schauspieler aber vor allem in den Nebenrollen. Inzwischen wechselt Buscemi auch mal ab und zu hinter die Kamera: Etwa für die Mafia-Serie "The Sopranos", bei der er auch mitspielte. In einer Nebenrolle natürlich.
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Ihr komödiantisches Talent schulte die Schwester von John Cusack in "Saturday Night Live", später stand etwa in der Schwangerschafts-komödie "Nine Months" mit Hugh Grant vor der Kamera. In "Die Braut, die sich nicht traut" und in "High Fidelity" spielte sie beste Freundinnen, für ihre Darstellung der Braut eines Spätzünders in der Homosexuellen-Komödie "In & Out" wurde sie mit dem Oscar nominiert. Wie auch für ihre Nebenrolle in "Die Waffen der Frauen". Erst in "School of Rock" ergatterte sie neben Jack Black die Hauptrolle.
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Bösewichte sind die Paraderollen des Italoamerikaners: In "Die Akte" versuchte er Julia Roberts umzubringen, in "Road to Perdition" war er einer von Al Capones Killern, erst in "Der Teufel trägt Prada" durfte der Schauspieler eine andere Seite von sich zeigen: Als Fashion-Assistent Nigel wählte er Anne Hathaways neue Kleider. Und bekleidete so quasi die männliche Hauptrolle.
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Als verliebter Krimineller markiert Tim Roth Anfang und Ende von "Pulp Fiction". Regisseur Quentin Tarantino ließ den Briten auch als Pagen durch "Four Rooms" eines Hotels von einer Episode in die nächste stolpern. Den Regisseur hatte er als "Mr. Orange" in "Reservoir Dogs" beeindruckt. Den Ruf als reiner Nebenrollen-Darsteller hat er inzwischen abgelegt: Er führte Regie ("The War Zone") und spielte Hauptrollen in der Neuverfilmung von "Planet der Affen" und der Serie "Lie To Me".
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Immer die Nebenrolle spielen, könnte auch das "Harvey Keitel"-Prinzip genannt werden: Der 1939 geborene Schauspieler nimmt in Großproduktionen gerne Nebenrollen an, um sich einen finanziellen Polster zu schaffen und dann Hauptrollen in Independent-Filmen zu übernehmen. Als Freund von Regisseur Martin Scorsese wirkte er in dessen Streifen "Taxi Driver" und "Die letzte Versuchung Christi" mit, aber immer im Hintergrund. Quentin Tarantino setzte Keitel dafür in der ersten Reihe ein - in "Reservoir Dogs" und "From Dusk Till Dawn".
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Er ist einer der führenden amerikanischen Charakterdarsteller, ragt aber auch immer wieder als Nebendarsteller hervor: Ed Harris. In "Jacknife" spielt er den alkoholsüchtigen Lastwagenfahrer David Flannigan, in der "Truman Show" den Produzenten Christof, in "Apollo 13" leitet er die Missionskontrolle. Hauptrollen übernahm Harris u.a. in "China Moon", "Pollock" und "Appaloosa".
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Als jüngster Sohn des Schauspieler-Paares Leo Penn und Eileen Ryan wurde Chris in eine Schauspielerfamilie geboren. Auch sein Bruder Sean Penn ist einer der gefragtesten Hollywood-Stars. Sein Debüt hatte Chris Penn als 12-Jähriger in dem Francis Ford Coppola-Film "Rumble Fish", Nebenrollen in "Footloose", "Auf kurze Distanz", "Shortcuts", "Nach eigenen Regeln", "Rush Hour" und "Schwere Jungs" folgen rasch. Seine bekannteste Rolle hatte Penn, der 2006 frühzeitig verstarb, wohl als Nice Guy Eddie in "Reservoir Dogs".
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Die Dame ist zwar weltweit bekannt, wohl aber mehr wegen ihres Ehemannes, denn wegen ihrer Rollen. Die frühere Joey Potter aus der TV-Serie "Dawson's Creek" stand nämlich oft in den hinteren Reihen: In "Nicht auflegen!" spielte sie die Geliebte eines windigen Geschäftsmannes, in "Batman Begins" war sie als die junge Staatsanwältin Rachel Dawes zu sehen. In "Thank you for smoking" mimte Holmes eine Reporterin, die ihre Verführungskünste nutzt, um ihre eigene Karriere voranzutreiben, kürzlich spielte sie in "Mad Money" eine alleinerziehende Mutter.
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Als Mitglied einer Chicagoer Theatergruppe wurde Heather Burns schnell für Nebenrollen in Kinokomödien engagiert: In "Miss Undercover" spielte sie eine Schönheitskönigin an Sandra Bullocks Seite, auch in "E-Mail für Dich" war sie im Hintergrund zu sehen. Für ein "Chef zum Verlieben" stand sie wieder mit Bullock vor der Kamera. Gelegentliche Auftritte hatte Burns in den TV-Serien "Law & Order" und "Criminal Intent".
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Durch Nebenrollen wahrlich bekannt geworden ist der 1956 in Chicago geborene Kevin Dunn. "Fegefeuer der Eitelkeiten", "Der gebuchte Mann", "Godzilla", "Das Spiel der Macht" und "Transformers" - Dunn hat eine lange Liste an Auftritten hinter sich. Zuletzt war er in der Actionkomödie "Transformers - Die Rache" als Vater von Hauptakteur Shia LaBeouf zu sehen.
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Schon sein Leinwanddebüt hatte Sarsgaard in einem weltbekannten Film: Er ist der junge Mann, der in den ersten Minuten von "Dead Man Walking" erschossen wird. Weitere Nebenrollen hatte er in "Der Mann in der eisernen Maske" als Sohn von Musketier Athos, sowie in dem Drama "Boys Don't Cry" als asozialer homophober Mörder John Lotter. Seinen endgültigen Durchbruch feierte Sarsgaars mit "Shattered Glass" wofür er bei den "Golden Globe Awards" als bester Nebendarsteller nominiert wurde.
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Sein Name ist vielleicht nicht vielen ein Begriff, sein Gesicht wohl schon: Gary Oldman war als Polizist Jim Gordon in Christopher Nolans "Batman"-Streifen", in zwei "Harry Potter"-Folgen als Sirius Black sowie in "Das Fünfte Element", "Lost in Space" und "True Romance" zu sehen. Seinen größten Erfolg feierte er aber zweifelsohne mit dem Horrorfilm "Dracula", in dem er die Hauptfigur darstellte.
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Hauptrollen hatte Turturro in "Barton Fink", in der TV-Serie "Monk" mimt er Amrose Monk, den Bruder des neurotischen Privatdetektivs. In "Leg dich nicht mit Zohan an" ist er als der Terrorist Phantom zu sehen, in "The Big Lebowski" spielt er Jesus Quintana.
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Die Liste von Macy's Film-Engagements ist lang, in den meisten spielte er im Hintergrund: In "Air Force One" war er als Major Caldwell zu sehen, in "Wag The Dog" mimte er den CIA-Agenten Charles Young. Weitere Auftritte hatte Macy in "Psycho", "Magnolia" und Jurassic Park III".
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Als 16-jährige Diane in "Trainspotting" ist sie uns bekannt geworden, in "Elizabeth", "Gosford Park", "Wenn Träume fliegen lernen" und "No Country For Old Men" hatte sie weitere Auftritte. In "The Girl in the Café" spielte sie die Hauptrolle und wurde dafür sogar für einen Emmy und den Golden Globe nominiert.
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Alec Baldwin hat eine Handvoll Nominierungen als Bester Nebendarsteller bekommen - meistens allerdings für sein Engagement in Fernsehserien. Doch auch die Liste seiner Nebenrollen in Kinofilmen ist lang: "Notting Hill", "Elizabethtown", "Aviator", "The Royal Tenenbaums", "Peal Harbor" etc. In "Jagd auf Roter Oktober" konnte er die Hauptrolle ergattern, Baldwin spielte den CIA-Analyst Jack Ryan.
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