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Bulgarien plant Zaun an Grenze zu Griechenland

Der Grenzzaun zwischen Mazedonien und Griechenland
Der Grenzzaun zwischen Mazedonien und Griechenlandimago/Markus Heine
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Bulgarien will mögliche Ausweichrouten für Flüchtlinge blockieren und schickt Armeeeinheiten an die Grenze. Innenministerin Mikl-Leitner und Verteidigungsminister Doskozil reisen am Samstag nach Sofia.

Bulgarien erwägt, nun auch seine Grenze zu Griechenland mit einem Zaun gegen Flüchtlinge abzuriegeln. Damit will das ärmste EU-Land verhindern, dass Migranten nach Schließung der bisherigen Balkanroute durch Mazedonien auf alternative Wege über sein Staatsgebiet ausweichen.

Sein Ministerium sei bereit, unverzüglich einen Schutzzaun an der Grenze zu Griechenland zu bauen, sagte Verteidigungsminister Nikolaj Nentschew am Freitag im Staatsfernsehen. Laut griechischen Medien hat Bulgarien auch seine militärische Präsenz an der Grenze verstärkt, um nach Schließung der bisherigen Balkanroute ein Ausweichen von Flüchtlingen zu verhindern. Bulgariens Armee hat bereits vor einer Woche einen gemeinsamen Einsatz mit der Grenzpolizei und Gendarmerie an der Grenze zu Griechenland geprobt. Seither wurden an der griechischen Grenze etwa 400 Soldaten stationiert; weitere 500 könnten nach Angaben von Regierungschef Boiko Borissow schnell folgen.

Balkanroute faktisch zu

Seitdem Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien auf maßgebliches Betreiben Österreichs durch Einführung von Tageskontingenten nur noch Menschen mit gültigen Pässen und Visa passieren lassen, ist die sogenannte Balkanroute von Griechenland in Richtung Westeuropa für Flüchtlinge seit Mittwoch faktisch geschlossen. Staaten wie Bulgarien, Albanien und Italien befürchten, dass sich Migranten nun neue Routen suchen könnten.

Bulgarische Infanterie bei einer Übung
Bulgarische Infanterie bei einer ÜbungAPA

 

Sofia verlängert bereits einen Mitte 2014 errichteten, 30 Kilometer langen Zaun entlang der Grenze zur Türkei um 130 Kilometer. Die rund 270 Kilometer lange Grenze des Nicht-Schengen-Landes Bulgarien zur Türkei wird streng bewacht. Noch ist die bulgarisch-türkische Grenze keine Hauptroute für Flüchtlinge. 2015 gelangten nach amtlichen Angaben 27.000 Migranten aus der Türkei nach Bulgarien.

Italienische Polizei nach Albanien?

Die Athener Zeitung "Kathimerini" berichtete, die griechische Regierung rechne damit, dass in den kommenden Tagen italienische Polizisten den albanischen Sicherheitskräften bei der Sicherung der Grenze Albaniens zu Griechenland helfen werden. Italiens Innenminister Angelino Alfano hatte am Donnerstag angekündigt, er wolle mit Albanien Gespräche führen, wie mögliche alternative Fluchtrouten geschlossen werden könnten.

Am Samstag fliegen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil nach Bulgarien. Nach dem Schließen der Balkanroute gehe es darum, zu erörtern, wie man Bulgarien unterstützen könne, um einer Verlagerung der Migrationsroute vorzubeugen, hieß es gegenüber der APA.

"Massenmigration muss Geschichte sein"

"Die Balkanroute stillzulegen, ist zu wenig", betonte Mikl-Leitner. "Wir wollen keine punktuelle Lösung und damit das Problem der Massen-Migrationsrouten auf andere europäische Länder verlagern." Ziel sei, dass "Massenmigration quer durch Europa" generell der Geschichte angehören müsse. Dann werde auch der Migrationsdruck von der Türkei nach Griechenland sinken.

(ApA/DPA)