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Kompetenzschub für das Management

Symbolbild Zahlen
(c) Erwin Wodicka - wodicka@aon.at (Erwin Wodicka - wodicka@aon.at)
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Seminare.Ob allgemeine Führungsqualitäten, Verständnis für Veränderungsprozesse, verantwortungsvolle Ausübung der Aufsichtsratspflichten oder schlicht Managementgrundkenntnisse, das Angebot an Kursen für Führungskräfte ist vielfältig.

Man lernt nie aus. Diese Devise gilt auch in Führungspositionen. Zudem stellen der mit der zunehmenden Internationalisierung und der schleppenden Konjunktur verbundene Kosten- und Konkurrenzdruck immer neue Herausforderungen an das Management. Eine naheliegende Antwort ist einschlägige Weiterbildung.


Von Kurzseminar bis Master. Einer der führenden Anbieter für Management- und Leadership-Entwicklung ist das Hernstein Institut. Mit den Future Labs wurde ein speziell auf die neuen Anforderungen von Führungskräften ausgerichtetes Angebot entwickelt. Institutsleiterin Eva-Maria Ayberk: „Es ist nicht am grünen Tisch entstanden, sondern gemeinsam mit unseren Kunden, aber auch Führungskräften und HR-Verantwortlichen, die bisher unsere Leistungen nicht genutzt haben.“ Zahlreiche Programme sind neu im Angebot. Etwa Break your limits. „Ein Entwicklungsprogramm für erfahrende Führungskräfte, die ihre eigenen Grenzen überwinden möchten, um in komplexen und dynamischen Systemen sinnvoll agieren zu können“, so die Institutsleiterin.

Ziemlich gut kommen laut Ayberk auch Kurzformate an, bei denen in wenigen Stunden gebündelt Aspekte erfolgreicher Führungsarbeit vermittelt werden. Auch mit neuen Fachveranstaltungen will man sich bei Hernstein vom üblichen Angebot auf dem Bildungsmarkt abheben. Im Juni geht es zum Beispiel im Rahmen der Leadership Journey zum weltweit drittgrößten Innovationscluster in die East London Tech City und in den Hernstein Beta Labs werden Akteure mehrerer Unternehmen systematisch vernetzt. „Das ermöglicht den kreativen und interdisziplinären Austausch außerhalb der eigenen Unternehmenskultur“, so Ayberk. Erstmals können Hernstein-Teilnehmer, dank Kooperation mit der FH Wien, in einem Masterprogramm sogar den akademischen Abschluss Master in Leadership erlangen.

Managementgrundkurs. Bereits zum zehnten Mal findet im April in Salzburg im Schloss Leopoldskron der zwölftägige Lehrgang Management kompakt von ifM (Institut für Management) und Bankhaus Spängler statt. Ursprünglich für Betriebsnachfolger gedacht, nutzen mittlerweile Führungskräfte aus allen Bereichen, die keine betriebswirtschaftliche Ausbildung genossen haben, diesen Kompaktlehrgang. Mit den Änderungen der Anforderungen für Unternehmen muss natürlich auch der Lehrgang stetig weiterentwickelt werden. „Erkennbar ist das etwa an zusätzlichen Wahlfächern, wie Mergers & Acquisitions, Intercultural Management, Social Media & Marketing und Personal Skills“, erklärt Susanne Reiger von IfM. „Besonders wichtig ist der Praxistransfer. Zwölf Tage sind dafür knapp bemessen, der Lehrgang konzentriert sich auf die wesentlichen Punkte. Wer sich vertiefend mit Betriebswirtschaft und Management beschäftigen möchte, kann unter Anrechnung des Lehrgangs berufsbegleitend weiterstudieren und einen Executive-MBA-Abschluss am IfM erwerben. Da die Lehrgangsteilnehmer über mehrjährige Berufserfahrung verfügen, ist eine Teilnahme ohne formale betriebswirtschaftliche Ausbildung möglich“, so Reiger.


Veränderungen managen. Stehen in der Organisation große Veränderungen bevor, kommt es besonders auf die Qualität der Führung an. Hier will der zweitägige Kurs Leading Chance – Führen in Veränderungsprozessen von Next Level Consulting unterstützen. „Der Mensch steht dem Wandel meist skeptisch und ängstlich gegenüber. Widerstand ist oft die Folge“, sagt Manfred Pfeifer, Managing Partner der Next Level Academy. „Mit Fingerspitzengefühl, Erfahrung sowie innovativen Gestaltungsansätzen kann man diesem natürlichen Verhalten entgegenwirken.“ Innovativ ist dabei der transformationale Führungsansatz, der an den Emotionen der betroffenen Personen angesetzt, etwa bei der Angst. „Im Mittelpunkt steht, Visionen und Sinn zu entwickeln und zu kommunizieren sowie Vertrauen und Akzeptanz zu schaffen“, erklärt Pfeifer. Dabei wird besonders auf die intrinsische Motivation der betroffenen Mitarbeiter abgezielt. Da keine Branche vor Veränderungen gefeit ist, ist die Zielgruppe des Kurses groß. Stammkunden auf den Change-Management-Aus- und -Weiterbildungen sind laut Pfeifer vor allem Banken & Versicherungen, IT- und Telekommunikationsunternehmen sowie Unternehmen aus dem öffentlichen Bereich.

Know-how für Aufsichtsräte. Die Zeit, in denen die Tätigkeit eines Mitglieds von Aufsichtsorganen als Ehrenfunktion verstanden wurde, ist vorbei. An der University of Salzburg Business School (SMBS) wurde daher ein eigenes Directors-Programm entwickelt. Der berufsbegleitende, deutschsprachige Zertifikatslehrgang für Aufsichtsräte startet im Juni. „Durch die zunehmende Konzentration auf Compliance und Haftung von Aufsichtsorganen wird es immer wichtiger, sich als Aufsichtsorgan zu professionalisieren“, sagt Claudia Mahr, Senior-Program-Managerin bei SMBS. Der Fokus liegt auf der finanziellen Kontrolle des Unternehmens sowie der Unternehmensstrategie. „Weil wir der Auffassung sind, dass Kontrolle nicht nur im negativen Bereich, also Vermeidung von Fehlern, notwendig ist, sondern auch im Zielsetzungs- und Verantwortungsbereich, haben wir Themen wie Corporate Social Responsibility und gutes HR-Management integriert“, so Mahr. (cs)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2016)