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Wer Hass sät, wird Gewalt ernten

Donald Trump hat sich in der jüngsten TV-Runde ganz zivilisiert aufgeführt – ganz ohne Tiraden und Untergriffe.

Monatelang hat er indessen gehetzt und gegeifert, gegen Immigranten aus Lateinamerika, gegen Muslime, gegen Frauen und nicht zuletzt gegen seine republikanischen Mitbewerber. Wer Hass sät, der wird Gewalt ernten.

Und darum sollte er auch nicht verwundert sein, dass seine Polemik nicht nur seine Anhänger aufstachelt, sondern auch seine Gegner. Donald Trump polarisiert das Land, und die Absage eines Auftritts an der Universität von Chicago wegen Tumulten erinnert entfernt an Studentenproteste der Vietnam-Krieg-Ära.

Handgemenge gehören inzwischen zum fixen Bestandteil seiner Kundgebungen. „Beim nächsten Mal sollten wir ihn besser umbringen“, ereiferte sich ein Rentner, nachdem er einen afroamerikanischen Demonstranten niedergestreckt hatte. „Ich würde ihm am liebsten ins Gesicht schlagen“ – so war Trump Wochen zuvor in Las Vegas über einen Zwischenrufer hergefallen. Seine Anhänger fordert er zuweilen auf, die rechte Hand àla Hitler oder Mussolini zum Schwur zu heben. Höchst irritierend, das alles.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.03.2016)