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Palästinenserin zur weltbesten Lehrerin gekürt

(c) REUTERS (MOHAMAD TOROKMAN)
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Papst Franziskus gab die Gewinnerin des Preises der Varkey-Stiftung per Videobotschaft bekannt.

Eine fortschrittliche Pädagogin aus Bethlehem ist zur "besten Lehrerin der Welt" gekürt worden. Die mit einem Preisgeld von einer Million Dollar (knapp 900.000 Euro) verbundene Auszeichnung wurde der Palästinenserin Hanan al-Chrub am Sonntagabend in Dubai zugesprochen. In einer emotionalen Dankesrede sprach sich die Lehrerin für Dialog anstelle von Gewalt aus.

Den in zehn Jahresraten aufgeteilten Preis will die Lehrerin für ihre Erziehungsarbeit einsetzen. Das Herrscherhaus des Golfemirats unterstützt den renommierten Preis der Varkey-Stiftung gemeinsam mit Persönlichkeiten wie Prinz William, US-Vizepräsident Joe Biden, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon oder US-Schauspieler Kevin Spacey.

Videobotschaft vom Papst

Die diesjährige Gewinnerin wurde von Papst Franziskus per Videobotschaft bekanntgegeben. "Ein Kind hat das Recht zu spielen. Und indem das Spielen ein Teil der Erziehung ist, lernt es, ein soziales Wesen zu werden, das Freude am Leben hat", führte der Papst aus.

Die Preisträgerin wuchs im palästinensischen Flüchtlingslager Dheischeh am Stadtrand von Bethlehem auf, wo sie zuerst an der Mittelschule unterrichtete und ihre pädagogischen Methoden entwickelte. Inzwischen ist al-Chrub an der Oberschule von al-Bireh tätig, einer Großstadt, die mit Ramallah zusammengewachsen ist.

Gegen Zwang im Unterricht

In der Endausscheidung der diesjährigen Lehrer-Weltmeisterschaft setzte sie sich gegen Mitbewerber aus den USA, Großbritannien, Australien, Finnland und Pakistan durch. In ihrem Buch "Spielen und Lernen" spricht sie sich gegen Zwangsmethoden im Unterricht aus, die gerade im Umfeld des Nahostkonflikts Traumata bei den Kindern verstärken können.

Die Varkey-Stiftung wurde von der indischen Varkey-Familie gegründet, die in den 1950er Jahren in die Emirate zog und mit Privatschulen zu Vermögen kam. Das Familienunternehmen GEMS betreibt inzwischen dutzende Privatschulen in rund 70 Ländern. Die Varkey-Stiftung finanziert Bildungsorganisationen, bildet Lehrer in Afrika aus und wirbt für den Lehrerberuf. 

(APA/AFP)