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Organische Elektronik aus dem „Eintopf“

Herstellung gelingt mit Reaktion aus einem Gefäß.

Neben Silizium werden zunehmend auch organische Materialien für elektronische Bauteile eingesetzt. Sogenannte Cyanoarene gelten als vielversprechende Materialklasse für die organische Elektronik, ihre Herstellung war bisher aber sehr schwierig. Wiener Forscher berichten nun im Fachjournal „Chemistry“ über ein einfaches Verfahren, mit dem sich quasi im Eintopf gezielt Cyanoarene herstellen lassen.

Es sind ihre elektronischen Eigenschaften, die Cyanoarene für die organische Elektronik interessant machen. „Die Cyanogruppen haben einen elektronenziehenden Effekt, was bewirkt, dass die Materialien stabiler werden und sich die elektronischen Eigenschaften verbessern“, sagt Florian Glöcklhofer vom Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien.

Deshalb seien die Moleküle in den vergangenen Jahren häufig am Computer simuliert und theoretische Arbeiten über die Materialien publiziert worden. Doch weil sich Cyanoarene nur sehr schwer oder gar nicht herstellen lassen, fehlten experimentelle Ergebnisse bisher weitgehend.


Zweistufiges Verfahren

Nach langer Suche nach dem richtigen Lösungsmittel und den passenden Katalysatoren hat Glöcklhofer nun ein einfaches zweistufiges Verfahren entwickelt: Es läuft in einem einzigen Reaktionsgefäß ab, die Wissenschaftler sprechen daher von einer „Eintopfreaktion“. Als Ausgangsstoff verwenden sie die relativ einfachen, kommerziell erhältlichen Chinone. Aus ihnen lässt sich dann eine breite Palette an verschiedenen Cyanoarenen herstellen – bisher noch im Gramm-Maßstab.

Potenzielle Anwendungsfelder seien etwa Dünnschicht-Transistoren oder organische Leuchtdioden, die auf flexible Substrate aufgebracht werden können, heißt es. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.03.2016)