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Kampusch-Entführer soll Videoaufnahmen gemacht haben

JAHRESTAG: FALL KAMPUSCH
Das Haus in Strasshof, in dem Kampusch gefangen gehalten wurde(c) APA (HELMUT FOHRINGER)
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Es gebe Videos aus dem Keller von Natascha Kampuschs Entführer Wolfgang Priklopil, behauptet ein deutscher Kriminalist. Die Aufzeichnungen widerlegen Verschwörungstheoretiker.

Wolfgang Priklopil soll umfangreiche Videoaufnahmen in seinem Haus und dem Keller, in dem er die entführte Natascha Kampusch gefangen hielt, gemacht haben. Das behauptet der deutsche Autor und ehemalige Kriminalbeamte Peter Reichard in seinem neuen Buch „Der Entführungsfall Natascha Kampusch“, aus dem die deutsche Zeitung „Welt am Sonntag“ zitiert.

„Der Entführungsfall Natascha Kampusch“ soll am 21. März im Riva Verlag erscheinen. „Welt“-Chefredakteur Stefan Aust schrieb das Vorwort in dem Buch. Dem Verlag zufolge steht Reichard in engem Kontakt mit Kampusch.

Am 2. März 1998 war die damals zehnjährige Natascha Kampusch entführt und mehr als acht Jahre lang in einem Keller bei Priklopils Haus in Strasshof (Niederösterreich) gefangen gehalten worden. Erst am 23. August 2006 gelang der damals 18-Jährigen die Flucht. Priklopil beging daraufhin Selbstmord.

Immer wieder Verschwörungstheorien

Obwohl die polizeilichen Ermittlungen zum Ergebnis kamen, dass der Entführer alleine gehandelt hatte und auch Kampusch selbst dies bestätigte, waren anderslautende Verschwörungstheorien nie verstummt.

Die streng unter Verschluss gehaltenen Videoaufzeichnungen widersprechen diesen Verschwörungstheorien, heißt es in der „Welt am Sonntag“. Die Protokolle der Videos „widerlegen alle Verschwörungstheoretiker, die sich über den Fall hergemacht haben“, schreibt Chefredakteur Aust. „Sie beweisen, dass ihre Mutmaßungen über Komplizen und Pornos nichts als Fantasien sind. Und bestätigen stattdessen, dass Natascha Kampusch über die Jahre ihrer Gefangenschaft immer die Wahrheit gesagt hat.“

Erst vor Kurzem gab es neue Nahrung für Spekulationen: Karl Kröll, der Bruder des ehemaligen Chefermittlers im Fall Kampusch, hat im Zusammenhang mit dem Ableben Priklopils eine Anzeige wegen Mordverdachts eingebracht. Im polizeilichen Endbericht von April 2013 wurde festgehalten, es bestünden keine Zweifel am Suizid. Der ehemalige Chefermittler Franz Kröll hat nach offiziellen Angaben im Juni 2010 Selbstmord verübt.

Kampuschs Geschichte wurde in dem Spielfilm „3096 Tage“ verfilmt.

>> Bericht auf der Website der "Welt"

(Red.)