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Khols Thesen: Gegen Sozialmissbrauch, für die Ehe

Andreas Khol.
Andreas Khol.(c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)
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Die Emanzipation habe über das Ziel hinausgeschossen, schreibt Andreas Khol in seinem neuen Buch. Zudem müsse man sagen können, dass es aggressive „Risikogruppen“ unter Marokkanern und Tschetschenen gebe.

Wien. Andreas Khol sorgt sich um Österreich, etwa um den Sozialstaat. „Wenn Vertreter einer katholischen Wohlfahrtsorganisation einer Flüchtlingsfamilie, die in Salzburg Wohnung und Arbeit gefunden hat und sich selbst ernähren kann, raten, nach Wien zu übersiedeln, weil sie dort ohne Arbeit mehr Einkommen aus der Mindestsicherung erzielen kann, dann wissen wir, dass der Sozialmissbrauch endemisch geworden ist“, schreibt Khol.

In seinem Buch „Auf die Stärken unseres Landes bauen“, das heute, Dienstag, präsentiert wird, sorgt sich der Präsidentschaftskandidat der ÖVP aber auch um Beziehungen. So rät er Partnern „dringend zur Ehe“, weil sie sonst vor „überwältigend großen“ Problemen stünden, etwa bei Erb- und Pensionsfragen. Überhaupt sei die Emanzipationsbewegung, auch wenn sie die meisten Verkrustungen beseitigt habe, über das Ziel hinausgeschossen. „Wo schicke Selbstverwirklichung versprochen wird, bleiben Einsamkeit und Elend im Alter. Und noch mehr: Singles sterben früher!“, meint Khol. Der ORF solle zudem der Aufgabe der Elternbildung besser nachkommen.

 

Probleme mit der Migration

Khol wendet sich gegen „eine „Schweigespirale“. So müsse man feststellen können, dass es „aggressive ,Risikogruppen‘ gibt – etwa unter den Tschetschenen oder Marokkanern, aber auch mafiöse Ver- und Einbrecherbanden osteuropäischer Provenienz“. Dies aber, ohne einen Pauschalverdacht auszusprechen.

Eine Lösung für viele Probleme sieht Khol in der Bürgergesellschaft, in der Bürgersolidarität, die es auszubauen gelte: in jeder Gemeinde, in jedem Grätzel. „Hilfe zur Selbsthilfe statt staatlicher Betreuung“ ist etwa eines von Khols Schlagworten. Die Palette reicht von Bürgerräten an der Seite von Landtagen bis zu Zweckverbänden. „Ich bin immer wieder erbittert, wenn vom hohen akademischen Ross herunter die Kollegen von den Bienenzüchtern und Kanarienvogel-Vereinen hochnäsig sprechen. Auch diese Bürgergruppen erfüllen öffentliche Aufgaben“, meint Khol.

Er rügt in dem Buch, das eine Erweiterung seines Werks „Mein politisches Credo“ von 1998 darstellt, auch die Bischöfe. Deren Umgang mit Forderungen zum Zölibat oder der Priesterweihe für Frauen irritiere. „Viele Gläubige, so auch ich, hoffen auf Entscheidungen des charismatischen Papstes Franziskus“, schreibt Khol. (aich)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2016)