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Schauspieler Alexander Lhotzky ist tot

Das Volkstheater trauert um Alexander Lhotzky
Das Volkstheater trauert um Alexander Lhotzky(c) www.lupispuma.com/Volkstheater
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Alexander Lhotzky, der Spezialist für sperrige Charaktere, starb mit 56 Jahren an einer schweren und seltenen Erkrankung.

Verdächtige, Verzweifelte und unbeugsame Individualisten waren seine Stärke. Er verstand es auf der Bühne mit unbewegter Miene zu quälen, zu leiden und mit listigem Humor zu erheitern. Er liebte das Spiel, Blender war er keiner. Alexander Lhotzky hat unzählige Rollen gespielt, zuletzt an Wiens Volkstheater. Unvergessen ist er etwa als Holzhändler mit dem sprechenden Namen Scheitermann, der seine einfache Herkunft vor seiner „aus einem guten Haus“ stammenden Frau verbergen muss: in Nestroys „Früheren Verhältnissen“ in der Gruppe 80.

Am VT war Lhotzky u. a. in den „Vögeln“ des Aristophanes, im „Sommernachtstraum“ oder in der grausigen Dorf-Satire „Haben“ von Julius Hay zu sehen. Ideal passte der Schauspieler mit den großen Tiefen zu den „Letzten Tagen der Menschheit“ von Karl Kraus. Lhotzky war ein Theaterkind, Sohn der früheren Volkstheater-Direktorin Emmy Werner und des Regisseurs Georg Lhotzky. Er studierte zunächst Theaterwissenschaft. Außer am VT war er am Theater der Jugend, bei den Festspielen Reichenau (2014 in dem fulminanten Historiendrama „1914 – Zwei Wege in den Untergang“ von Nicolaus Hagg) zu erleben, am Stadttheater Klagenfurt und in Fernsehproduktionen. Erstmals stand Lhotzky 1997 auf den VT-Brettern und zwar in Rainer Werner Fassbinders „Nur eine Scheibe Brot“. Anna Badora übernahm Lhotzky als einen der wenigen von Michael Schottenbergs Schauspielern in ihr Ensemble. Lhotzky starb an einer schweren und seltenen Erkrankung. (APA/bp)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2016)