Machtkampf zwischen Porsche und VW vor Lösung

Ein Volkswagen-Logo spiegelt sich am Montag, 29. Juni 2009, in Dresden im Lack eines Porsche. Porsche
Ein Volkswagen-Logo spiegelt sich am Montag, 29. Juni 2009, in Dresden im Lack eines Porsche. Porsche(c) AP (Matthias Rietschel)
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Die Familien Porsche und Piech sollen sich darauf geeinigt haben, dass Porsche im VW-Konzern aufgeht. Das würde für Wiedeking das Aus als Porsche-Chef bedeuten.

Im Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche zeichnet sich einem Zeitungsbericht zufolge eine Lösung ab. Die Eigentümer des Sportwagenbauers, die Familien Porsche und Piech, sollen sich demnach darauf verständigt haben, dass Volkswagen und Porsche einen gemeinsamen Konzern bilden, wie die Online-Ausgabe der "Welt" berichtete. Porsche-Sprecher Albrecht Bamler sagte am Donnerstag jedoch, dem Unternehmen sei nicht bekannt, dass sich die Familien bereits geeinigt hätten.

VW solle in einem ersten Schritt 49,9 Prozent der Anteile an Porsche übernehmen. "Porsche rückt an Volkswagen ran, einen anderen Weg gibt es nicht mehr", heißt es aus gut informierten Kreisen. Damit wären die Pläne von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, VW zu schlucken, endgültig gescheitert, der Sportwagenbauer würde im Volkswagen-Konzern aufgehen. "Für Wiedeking wäre in einem Konzern, der aus Wolfsburg gesteuert wird, kein Platz", hieß es dem Bericht zufolge.

Externer Investor

Die Eigentümerfamilien Porsche und Piech sollen sich laut "Financial Times Deutschland" zudem darauf verständigt haben, den neuen Gemeinschaftskonzern für einen externen Investor zu öffnen. Das Emirat Katar plane, dem Sportwagenbauer Optionen auf 20 Prozent an VW abzunehmen. Die Araber wären neben den Familien sowie dem Land Niedersachsen der dritte Machtfaktor im integrierten VW-Porsche-Konzern. Die für die Optionen hinterlegten VW-Aktien seien fünf Mrd. Euro wert. Das Geld fließe aber nicht Porsche zu, sondern Banken, berichtete das Blatt.

Die Aufsichtsräte von Porsche und Volkswagen sind für den 23. Juli zu getrennten Sitzungen in Stuttgart einberufen worden. Laut der Online-Ausgabe der "Welt" soll Wiedeking aus der Entscheidung der Familie bereits die Konsequenzen gezogen haben. Wie aus mehreren Quellen verlautete, soll der Vorstandschef angekündigt haben, das Unternehmen zu verlassen.

Betriebsrat steht hinter Wiedeking

Porsche hatte am Mittwochabend einen Bericht zurückgewiesen, wonach Wiedeking in Kürze abgelöst werde. Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück stärkte in einem Interview mit deutlichen Worten dem Konzernchef den Rücken. Der Manager werde so lange im Unternehmen bleiben, wie es sein Vertrag zulasse, sagte Hück am Mittwochabend im ZDF. Das sei bis zum Jahr 2012.

Zugleich griff Hück den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) scharf an. Angesprochen auf den möglichen Einstieg des Emirates Katar bei Porsche sagte Hück, er erwarte von Politikern, dass sie sich für Arbeitsplätze einsetzten. "Und ich erwarte jetzt auch, dass Günther Oettinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, jetzt ein Machtwort spricht und auch seinem Parteifreund sagt, er soll jetzt einfach mal die Klappe halten." Der Sportwagenbauer wollte VW eigentlich übernehmen, verschuldete sich aber und ist jetzt in Schwierigkeiten.

(APA)

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