Finanzkrise: US gewähren keine Staatshilfe für Kreditriesen CIT

Die Gespräche zur Rettung des Kreditgebers sind gescheitert. 300.000 KMU fürchten um ihre Existenz.

New York (sr). Die Verhandlungen zwischen der US-Regierung und dem Kreditgeber CIT zur Rettung des angeschlagenen Konzerns haben eine entscheidende Wende genommen. Der Geschäftsplan des Unternehmens sei nicht existenzfähig, teilte das Finanzministerium mit. Deshalb habe man die Gespräche über eine mögliche Staatshilfe eingestellt.

Nun steht der mehr als 100 Jahre alte Kreditgeber vor dem Aus. Medienberichten zufolge ist der Gang zum Insolvenzrichter unumgänglich. CIT ist der wichtigste Kapitalgeber für 300.000 Klein- und Mittelbetriebe in den USA. Diese fürchten nun um ihre Existenz, weil sie lebensnotwendige Kredite nicht mehr bekommen. Auch Anleger in Europa sind betroffen. Aktien des US-Unternehmens sind Bestandteil zahlreicher Investmentfonds.

Richtungswechsel Washingtons

Die Entscheidung der US-Regierung stellt einen Richtungswechsel dar. Zum ersten Mal seit der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 greift der Staat einer Firma dieser Größenordnung nicht unter die Arme. Beobachter deuten dies als Indiz, dass die Regierung die Wirtschaftslage mittlerweile als stabil genug ansieht, um einen Bankrott von CIT ohne gröberen Schaden zu überstehen.

So hat Goldman Sachs einen Rekordgewinn von 3,44 Mrd. Dollar (2,55 Mrd. Euro) für das zweite Quartal bekannt gegeben. Auch JP Morgan konnte den Gewinn im selben Zeitraum deutlich um 36 Prozent auf 2,72 Mrd. Dollar steigern. Diese Erfolge beruhen aber zum großen Teil auf risikoreichen Investmentgeschäften.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2009)

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