Wiener Börse: ATX baut zu Mittag Gewinne aus

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Auftrieb für die Aktienmärkte verlieh insbesondere der gemächliche Zinskurs der US-Notenbank Fed.

Die Wiener Börse hat heute, Mittwoch, ihre Gewinne bis Mittag bei moderatem Volumen ausgebaut. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.267,59 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 39,26 Punkten bzw. 1,76 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +1,48 Prozent, FTSE/London +1,50 Prozent und CAC-40/Paris +1,56 Prozent.

Auftrieb für die Aktienmärkte verlieh insbesondere der gemächliche Zinskurs der US-Notenbank Fed. Deren Chefin Janet Yellen hatte am Vorabend für eine "vorsichtige" Zinserhöhung plädiert, was den US-Dollar deutlich abwerten ließ. Die globalen Wirtschaftsrisiken würden zwar voraussichtlich nicht groß auf die USA ausstrahlen, nach wie vor sei aber laut Yellen ein behutsames Vorgehen bei den weiteren Zinserhöhungen angemessen. Als geeigneter Zeitpunkt für den nächsten Zinsschritt gilt bei banknahen Experten derzeit der Juni.

Warten auf Zahlen vom US-Arbeitsmarkt

Am Nachmittag stehen die inoffiziellen Zahlen des privaten US-Arbeitsmarktdienstleisters ADP auf der Agenda. Sie geben einen Vorgeschmack auf den offiziellen US-Jobreport für März, der am Freitag publiziert wird. Die Analysten der Heleba halten "Werte oberhalb der Konsensusschätzung für möglich." Die Vorgaben seien "durchwegs positiv", insbesondere das niedrige Niveau der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lasse "auf ein deutliches Stellenplus schließen." Entscheidend sei aber auch die Entwicklung der Stundenlöhne. Wenn es auch hier zu einer sehr positiven Überraschung komme, könne die US-Notenbank Fed trotz der momentan gegenteiligen Stimmung eine Zinserhöhung im April wieder andenken.

Eine Indikation zur weiteren Geldpolitik im Euroraum könnten heute Daten zu den März-Verbraucherpreisen in Deutschland liefern, die am frühen Nachmittag veröffentlicht werden. Am morgigen Donnerstag folgt dann die Erstschätzung der Teuerung in der gesamten Eurozone. Die Analysten der Helaba erwarten von den Verbraucherpreisdaten aus dem Euroraum keinen "größeren Markteinfluss, ... denn die EZB-Fantasie ist seit dem letzten Maßnahmenpaket nur noch schwach ausgeprägt."

Voestalpine führt Kursliste an

Zu den größten Tagesgewinnern zählten an der Wiener Börse die Aktien der voestalpine, die 3,02 Prozent zulegten. Dabei profitierte die Vöst ebenso wie ihre Branchenkollegen an den übrigen europäischen Aktienmärkten von Spekulationen über politischen Rückhalt für die Stahlbranche.

Es gebe Spekulationen, dass der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine entsprechende Initiative plane, sagten Händler. "Wir wollen globalen Wettbewerb auch im Stahlsektor - aber der muss fair sein", sagte Gabriel der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Mittwochausgabe). Auch in Großbritannien, wo der Stahlkonzern Tata Steel sein ganzes Geschäft zum Verkauf stellt, wird über staatliche Unterstützung - in Form von Steuergeld - für die marode Firma debattiert. Kritiker monieren, dass die Politik dem Sektor weit weniger helfe, als der Bankbranche nach Ausbruch der Finanzkrise 2008.

Ölpreise erholen sich

Für Unterstützung sorgten auch die erholten Ölpreise: Nachdem Futures für Brent-Öl am Vortag noch über drei Prozent an Wert verloren hatte, tendierten sie zur Wochenmitte um 1,3 Prozent höher. In Wien rangierten infolge Schoeller-Bleckmann (plus 4,68 Prozent) und OMV (plus 2,92 Prozent) am oberen Ende der Kurstafel. Auch Bankaktien zeigten sich gut gesucht: Erste Group (plus 2,09 Prozent) und Raiffeisen (plus 1,41 Prozent) verteuerten sich klar.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz vor Mittag bei 2.268,18 Punkten, das Tagestief lag zum Sitzungsbeginn bei 2.227,69 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 1,47 Prozent höher bei 1.164,01 Punkten. Im prime market zeigten sich 24 Titel mit höheren Kursen, 13 mit tieferen und einer unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 1.608.287 (Vortag: 2.841.428) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 49,62 (58,68) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 195.332 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 9,61 Mio. Euro entspricht.

(APA)

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