Wiener Börse: ATX legt am Nachmittag knapp zwei Prozent zu

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Auftrieb für die Aktienmärkte verlieh insbesondere der gemächliche Zinskurs der US-Notenbank Fed. Auch beim Ölpreis gibt es eine leichte Erholung.

Die Wiener Börse hat sich heute, Mittwoch, am Nachmittag bei durchschnittlichem Volumen mit fester Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.272,05 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 43,72 Punkten bzw. 1,96 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +1,63 Prozent, FTSE/London +1,62 Prozent und CAC-40/Paris +1,75 Prozent.

Auftrieb für die Aktienmärkte verlieh insbesondere der gemächliche Zinskurs der US-Notenbank Fed. Deren Chefin Janet Yellen hatte am Vorabend für eine "vorsichtige" Zinserhöhung plädiert. Als wahrscheinlicher Zeitpunkt für den nächsten Zinsschritt gilt bei banknahen Experten derzeit der Juni.

US-Arbeitsmarktzahlen wie erwartet

Relevante Daten für die Geldpolitik im Euroraum kamen nachmittags aus Deutschland. Dort ziehen die Preise wieder ein wenig an. Waren und Dienstleistungen kosteten im März durchschnittlich um 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Ökonomen hatten nur mit 0,1 Prozent gerechnet. Am morgigen Donnerstag folgt dann die Erstschätzung der Teuerung in der gesamten Eurozone.

Aktuelle Daten gab es zudem zum US-Arbeitsmarkt: Der Beschäftigungsbericht des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP wies im März einen Stellenaufbau von 200.000 auf, Experten hatten 195.000 erwartet. Jedoch wurde der Wert für Februar von 214.000 auf 205.000 neue Jobs revidiert. Die ADP-Daten liefern eine Indikation für den offiziellen US-Jobreport für März, der am Freitag publiziert wird.

voestalpine führt Kursliste an

Zu den größten Tagesgewinnern zählten an der Wiener Börse die Aktien der voestalpine, die 3,83 Prozent zulegten. Dabei profitierte die Vöst ebenso wie ihre Branchenkollegen an den übrigen europäischen Aktienmärkten von Spekulationen über politischen Rückhalt für die Stahlbranche.

Es gebe Spekulationen, dass der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine entsprechende Initiative plane, sagten Händler. "Wir wollen globalen Wettbewerb auch im Stahlsektor - aber der muss fair sein", sagte Gabriel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Auch in Großbritannien, wo der Stahlkonzern Tata Steel sein ganzes Geschäft zum Verkauf stellt, wird über staatliche Unterstützung - in Form von Steuergeld - für die marode Firma debattiert. Kritiker monieren, dass die Politik dem Sektor weit weniger helfe, als der Bankbranche nach Ausbruch der Finanzkrise 2008. Tata beschäftigt nach eigenen Angaben in Großbritannien etwa 13.000 Mitarbeiter

Für Unterstützung sorgten auch die erholten Ölpreise: Nachdem Futures für Brent-Öl am Vortag noch über drei Prozent an Wert verloren hatte, tendierten sie zur Wochenmitte um 1,1 Prozent höher. In Wien rangierten infolge Schoeller-Bleckmann (plus 4,60 Prozent) und OMV (plus 4,05 Prozent) am oberen Ende der Kurstafel. Am Freitag dürften OMV und Gazprom in St. Petersburg bekanntgeben, was der russische Staatskonzern von der OMV im Gegenzug für die Beteiligung der Österreicher an sibirischen Öl- und Gasfeldern bekommen soll.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 13.45 Uhr bei 2.273,82 Punkten, das Tagestief lag zur Eröffnung bei 2.227,69 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 1,68 Prozent bei 1.166,37 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 26 Titel mit höheren Kursen, zwölf mit tieferen und einer unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 2.443.001 (Vortag: 4.008.893) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 74,76 (83,32) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 287.734 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 14,17 Mio. Euro entspricht.

(APA)

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