Tag X naht. Die Vorfreude steigt – die Nervosität auch.
Am 10. April – und damit in nur noch zehn Tagen – geht in Wien der Vienna City Marathon über die Bühne. Mehr als 42.000 Läufer werden die Laufschuhe schnüren. Den Halbmarathon nehmen mit mir noch 15.200 andere Sportler auf sich. Und exakt 9418 gut Trainierte wagen sich über die gesamten 42,195 Kilometer. Den Grundstein haben alle (hoffentlich) schon in den vergangenen Wochen und Monaten gelegt. Jetzt folgt der organisatorische Feinschliff – bei dem die Traumzielzeit leider auch noch leicht zerschlagen werden kann.
Als Sicherheitsvorkehrung habe ich mir ein paar Fragen gestellt: Wann stehe ich am Wettkampftag auf? Was frühstücke ich? Was ziehe ich an? Wann fahre ich zum Start? Wärme ich auf? Und wie schnell laufe ich los? Allesamt Fragen, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt – aber einen guten Rat: nur keine Experimente und so wenig wie möglich dem Zufall überlassen. Das gilt für das Essen (keine neuen Diäten) genauso wie für die Kleidung (keine neuen Schuhe, Hosen oder Shirts) und die Organisation. Es hilft, schon am Vorabend die Laufsachen (lieber zu kalt als zu warm) zurechtzulegen, die Startnummer darauf zu fixieren und den Chip am Laufschuh zu befestigen. Am Wettkampftag sollte man bereits drei bis vier Stunden vor dem Start aufstehen. Für mich heißt das spätestens sechs Uhr. Dann folgt das Frühstück. Ich verlasse mich auf meinen marathonerprobten Kollegen und werde eine Semmel mit Honig essen.
Bereits in den Tagen zuvor werde ich versuchen, kohlenhydratreiche Nahrung (Reis und Nudeln) zu mir zu nehmen und viel zu trinken (mindestens zwei Liter pro Tag). Der Frühstückskaffee vor dem Wettkampf ist übrigens eine Streitfrage. Die einen warnen vor harntreibenden Getränken, die anderen schwören darauf. Am Start werde ich überpünktlich sein und mich zuvor etwa zehn Minuten einlaufen. Dann heißt es nur, nicht zu schnell loslaufen. Dafür werde ich mir meine Kilometerzeiten einprägen (siehe Grafik). Trotz der Sicherheitsvorkehrungen bleibt der Erfolg auch dem Zufall überlassen: Denn über die Zielzeit wird mitunter die Tagesform entscheiden. Insofern: Viel Glück!
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2016)