Die Sektion 8 erhob Ausgaben für städtische Inserate im Ländervergleich – Wien schneidet schlecht ab.
Wien. Die Sektion 8 wird ihrem Ruf als unbequemer Querdenker (wieder) gerecht. Diesmal griff der rote Thinktank eine (für Rot-Grün) heikle Frage auf: Wie viel öffentliches Geld wird im Österreich-Vergleich wirklich für Inserate ausgegeben?
Lea Six, Vizevorsitzende der Sektion 8, dazu im „Presse“-Gespräch: „Bei Inseratenvergaben der Stadt herrscht Intransparenz.“ Wien gebe mit 28,2 Mio. Euro allein in der „Kronen Zeitung“ mehr Geld (5,55 Mio. Euro) als irgendein anderes Bundesland insgesamt aus – „das ist sehr bedenklich“ (Details: http://blog.sektionacht.at).
Six hat in mühsamer Kleinarbeit erhoben, wie viel Geld die Länder für Werbung ausgeben. Nicht nur insgesamt, sondern auch pro Einwohner ist Wien absoluter Spitzenreiter bei den Ausgaben. Dieses Geld fließe v. a. in Medien („Heute“, „Kronen Zeitung“, „Österreich“), die am häufigsten vom Presserat verurteilt würden; diese drei Zeitungen seien extra erhoben worden, so Six. Unabhängig vom Antrag beim SPÖ-Landesparteitag (Medien, die vom Presserat wegen unseriöser Berichterstattung oft verurteilt werden, sollen Inserate der Stadt gestrichen werden) wolle man eine Diskussion über die Höhe der städtischen Inseratengelder anstoßen: „Ob man damit etwas Sinnvolleres machen könnte, z. B. mehr Schulen bauen“, so Six. Bringt dieser Vorstoß nicht Ärger mit der Parteispitze? Kärnten habe unter SPÖ-Führung das Inseratenvolumen von 1.219.438,99 € (2011) auf 383.200,35 € (2015) reduziert: „Und den Beliebtheitswerten von Landeshauptmann Kaiser dürfte das nicht geschadet haben“, so Six.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2016)