Nach zwischenzeitlichen Gewinnen sackte der ATX kurz vor dem US-Arbeitsmarktbericht wieder ab.
Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, am Nachmittag trotz eines überraschend guten US-Arbeitsmarktberichts mit leichterer Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.249,38 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 21 Punkten bzw. 0,92 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -2,26 Prozent, FTSE/London -0,45 Prozent und CAC-40/Paris -2,23 Prozent.
Nach zwischenzeitlichen Gewinnen sackte der ATX kurz vor dem US-Arbeitsmarktbericht wieder ab. Die US-Wirtschaft hatte im März außerhalb der Landwirtschaft 215.000 Stellen geschaffen. Experten hatten mit 205.000 Jobs gerechnet. Die Stundenlöhne stieg mit 0,3 Prozent ebenfalls mehr als erwartet.
Flughafen im Plus
Sollte am späteren Nachmittag auch der ISM-Einkaufsmanagerindex die Prognosen übertreffen können, würden sich die Spekulation um eine baldige Zinserhöhung in den USA ausweiten. Allerdings rechnen die Experten der Helaba trotz der Verbesserungen der konjunkturellen Umfeld angesichts der jüngsten Aussagen von US-Notenbankchefin Janet Yellen mit keiner Zinserhöhung auf der nächsten Fed-Sitzung.
Unter den heimischen Einzelwerten zogen Flughafen Wien um klare 1,16 Prozent auf 97,11 Euro an. Heute startet die Angebotsfrist des australischen Pensionsfonds IFM für weitere zehn Prozent am Flughafen. Die Australier bieten in einem freiwilligen öffentlichen Angebot 100 Euro je Aktie. Die Frist läuft bis 28. April 15.00 Uhr Ortszeit.
Ein Analyst der Erste Group erwartet, dass sich der Aktienpreis weiter an den Angebotspreis annähern wird. Allerdings bestehe die Gefahr, dass mehr als die Hälfte des Streubesitzes, der derzeit rund 20 Prozent ausmacht, angeboten werden. Nach Ende der Frist gebe es keine Garantie, dass der Kurs oben bleibt, so der Experte. Durch den geringeren Streubesitz werde die Aktie für institutionelle Investoren sogar deutlich uninteressanter.
OMV nach Gazprom-Deal im roten Bereich
Die Aktien der OMV sanken um 0,71 Prozent auf 24,55 Euro. Die OMV will dem russischen Gazprom-Konzern im Gegenzug für die OMV-Beteiligung an sibirischen Gasfeldern anbieten, sich seinerseits an der Ölförderung der OMV in der Nordsee zu beteiligen. Das Ausmaß der russischen Beteiligung an der dort tätigen OMV-Tochter wird von der Bewertung der OMV-Assets in der Nordsee abhängen - das soll in den nächsten Monaten geschehen.
Am unteren Ende notierten Andritz, die 2,68 Prozent auf 46,96 Euro absackten. Die Analysten der Erste Group haben ihr Kursziel für die Aktie der Andritz angesichts des eingetrübten Geschäftsumfelds von 61,7 auf 55,0 Euro gesenkt. Die Empfehlung "accumulate" wurde gleichzeitig bestätigt. Schlusslicht im ATX waren Raiffeisen mit minus 3,08 Prozent auf 12,91 Euro.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz vor 12.47 Uhr bei 2.279,25 Punkten, das Tagestief lag um etwa 9.05 Uhr bei 2.239,79 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 0,82 Prozent bei 1.157,25 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 15 Titel mit höheren Kursen, 22 mit tieferen und zwei unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 3.753.801 (Vortag: 2.525.887) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 107,48 (65,14) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Raiffeisen mit 597.891 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 15,77 Mio. Euro entspricht.
(APA)