Grüne: "Bereiten uns auf jeden vor"

BP-WAHL: PLAKAT DES PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDATEN VAN DER BELLEN (GRÜNE)
BP-WAHL: PLAKAT DES PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDATEN VAN DER BELLEN (GRÜNE)APA/HANS KLAUS TECHT

Wer schafft es in die Stichwahl? Kampagnenvorbereitungen sind diesmal besonders herausfordernd, findet man in Van der Bellens Team.

Wien. Norbert Hofer wünscht sich Alexander Van der Bellen. Und Van der Bellen wünscht sich Hofer. Das ist eines der wenigen Dinge, auf die sich die beiden Hofburg-Kandidaten einigen können: Sie wollen, dass die Stichwahl für das Amt des Bundespräsidenten ein Match Blau vs. Grün wird. Damit hören die Gemeinsamkeiten allerdings wieder auf.

Denn der Dritte Nationalratspräsident Hofer (FPÖ) glaubt, dass er „wesentlich leichter“ gegen Van der Bellen gewinnt, als wenn es etwa der rote Kandidat, Rudolf Hundstorfer, in die Stichwahl schafft. Der Ex-Grünen-Chef wünscht sich das Duell hingegen, „weil hier klare Positionierungen aufeinandertreffen“. In seinem Wahlkampfteam will man dennoch (noch) nicht den Fokus auf diese Konstellation legen. „Es gibt so viele Unentschlossene, es ist noch alles offen“, sagt Martin Radjaby-Rasset, der mit seiner Werbeagentur Jung von Matt/Donau für die Kampagne mitverantwortlich ist.

Für den Fall, dass es Van der Bellen in die Stichwahl schaffe, „bereiten wir uns daher auf alle Kandidaten als politische Gegner vor – außer auf Richard Lugner“. Allein logistisch sei es diesmal besonders schwierig, sich auf eine Kampagne für die Stichwahl vorzubereiten. „Die Plakate müssen zum Beispiel mindestens 14 Tage im Voraus produziert werden.“ Zwischen dem ersten und (dem wahrscheinlichen) zweiten Wahldurchgang liegen allerdings nur vier Wochen. Besonders flexibel sei man also nicht.

 

Konfrontation im TV, nicht auf Plakat

Schneller reagieren könne man hingegen auf anderen Kanälen. „Der Fokus wird eher auf Onlinewerbung und Inserate gelegt werden“, sagt Radjaby-Rasset. Allgemein wolle man aber im Falle einer Stichwahl keine Frontalangriffe starten und keine „klassische Differenzierung“ aufzeigen. „Bis jetzt war es ja auch eine Porträtierung Van der Bellens“, findet Radjaby-Rasset. Man zeige, wofür der Kandidat stehe – nicht wogegen.

Die Unterschiede zwischen den Kandidaten bei einer Stichwahl müsse man dafür aber umso mehr bei Konfrontationen – beispielsweise im Fernsehen – aufzeigen. „Daher wird sich der Wahlkampf dieses Mal ganz besonders medial abspielen.“ (ib)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.04.2016)