Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Strenggläubige Mutter quälte Kind: Proteste nach Festnahme

Proteste in Mea Shearim, Jerusalem
(c) REUTERS (© Ronen Zvulun / Reuters)
  • Drucken

Nach der Verhaftung einer Mutter randalieren in Jerusalem ultraorthodoxe Juden. Die strenggläubige Frau soll ihren dreijährigen Sohn ausgehungert haben. Der Bub wog nur mehr sieben Kilo.

Nach der Verhaftung einer strenggläubigen Mutter, die ihr Kind ausgehungert haben soll, ist es in Israel zu schweren Unruhen ultraorthodoxer Juden gekommen. Die Demonstranten halten die 30-jährige Frau aus dem Orthodoxenviertel Mea Schearim in Jerusalem für unschuldig und fordern ihre sofortige Freilassung.

Am Donnerstag versuchten Demonstranten, eine Straße zu blockieren. Zuvor waren in dem ultra-orthodoxen Viertel Mea Shearim Abfallbehälter in Brand gesetzt, Ampeln zerstört oder Polizeiautos mit Steinen beworfen worden. Die Polizei ging unter anderem mit Wasserwerfern gegen die Protestierenden vor.

Dreijähriger wog nur sieben Kilo

Die ultra-orthodoxen Juden protestierten gegen die ihrer Ansicht nach ungerechtfertigte Festnahme einer strenggläubigen Mutter. Die im fünften Monat schwangere Frau, die vier weitere Kinder hat, wird verdächtigt, ihren inzwischen drei Jahre alten Sohn jahrelang ausgehungert zu haben.

Bei der Einlieferung in das Krankenhaus wog der Bub nicht mehr als sieben Kilo. Ein Sprecher der Familie sagte am Donnerstag, der Junge sei unterernährt, weil er an Krebs leide. Der Vize-Direktor des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem, in dem das Kind behandelt wird, dementierte dies jedoch. Seit der Trennung von der Mutter verbessere sich der Zustand des Jungen zusehends und er nehme zu.

Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom

Ein Kinderarzt warnte schon vor neun Monaten, die Mutter könnte unter dem sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leiden. Dieses führt dazu, dass Patienten bei anderen Menschen Krankheiten herbeiführen, um selbst die Aufmerksamkeit von medizinischem Personal zu bekommen.

(Ag., Red.)