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Dämpfer für Rapids Titelambitionen

(c) APA/HERBERT P. OCZERET (HERBERT P. OCZERET)

Nach dem 1:1 gegen Salzburg beträgt der Rückstand der Hütteldorfer weiter vier Punkte.

Spiele zwischen Rapid und Salzburg sind für gewöhnlich ein Garant für Spannung und Brisanz, manchmal haben sie sogar durchaus Klasse. Sonntagnachmittag warteten 23.000 Fans im Wiener Ernst-Happel-Stadion zunächst vergeblich auf spielerische Höhepunkte, im Duell der beiden besten Mannschaften Österreichs regierte lange Zeit die Langeweile.

Es dauerte bis zur 30. Minute, ehe erstmals ein Raunen durch das Publikum ging. Steffen Hofmann hatte knapp außerhalb des Strafraums Maß genommen, der Ball war von der linken zur rechten Innenstange gesprungen und letztlich in den Händen von Goalie Alexander Walke gelandet. Rapid war wahrlich nicht vom Glück verfolgt, wenig später traf auch Louis Schaub nur Aluminium (38.).

Die Hütteldorfer agierten bemüht, was von den Salzburgern nicht behauptet werden konnte. Denn der Meister wirkte ideenlos, ohne Elan. Das Trio Valon Berisha, Naby Keita – er wurde von einem Arsenal-Scout beobachtet – und Jonatan Soriano kamen ihren kreativen Aufgaben nicht nach, die erste Halbzeit der Gäste glich einer einzigen Enttäuschung.

Mit Wiederanpfiff gewann die Begegnung an Tempo und Rasse, weil Rapid einen Blitzstart erwischte. Eine sehenswerte Kombination über Hofmann, Schaub und Florian Kainz vollendete Schaub zum 1:0 (46.). Es folgten harte Zweikämpfe, Wortgefechte und Emotionen, auch Salzburg war nun aufgewacht. In der 66. Minute ließ Soriano seine Klasse aufblitzen, den ansatzlosen Schuss des Spaniers parierte Strebinger (66.). Die Hütteldorfer müssen sich vielleicht den Vorwurf gefallen lassen, nicht genügend für ein zweites Tor investiert zu haben, weil Salzburg just zu Beginn der Rapid-Viertelstunde die Gunst einer Standardsituation genoss.

Den Freistoß von Andreas Ulmer verwertete Duje Caleta-Car zum 1:1-Ausgleich (75.). Anschließend setzte keines der beiden Teams entscheidende Akzente. „Wir haben uns mehr erhofft, haben viel investiert. Mit diesem einen Punkt sind wir sicher nicht zufrieden“, resümierte Hofmann, der den Titelkampf noch nicht aufgeben möchte. „Wir wollen dieses Rennen so lange wie möglich offen halten.“ Sieben Runden vor Schuss beträgt der Vorsprung der Salzburger weiterhin vier Punkte. „Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht, aber wir wussten, dass wir immer für ein Tor gut sind“, sagte Torhüter Walke.

(cg)